MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Irene und Dietmar Haschke
„Innerer Frieden erhält den Menschen auf die beste Art.“ (Deutsches Sprichwort)
mit Hund Waldi
Landwirte
Graupzig 12
01683 Nossen OT Graupzig
Dietmar Haschke, 1936 im heute noch bewohnten Haus des landwirtschaftlichen Elternhofs geboren, erinnert er sich an das Hochwasser 1941/42, an den Krieg und den Einmarsch der Russen an seinem Geburtstag, dem 27.04.1945. Auch daran, dass es kaum noch etwas zu kaufen gab und seine Mutter ihm im Tiegel Bonbons aus etwas Zucker mit Fett machte – als Geburtstagsgeschenk. „Das war schön, das habe ich mein Leben nie vergessen!“ erinnert er sich. Die Zeiten besserten sich langsam. Dietmar Haschke besuchte 1942–1950 die Schule, danach zweieinhalb Jahre die Berufsschule (Abschluss als Landarbeiter) und arbeitete auf dem elterlichen und einem anderen Hof (Fremdbetrieb) bis 1958. Ochsenwirtschaft auf fünf Hektar Land war schwere Arbeit, die er verrichten musste. 1957 heirateten Irene und Dietmar Haschke und übernahmen die Landwirtschaft von Dietmar Haschkes Eltern. Bereits nach zwei Jahren begann jedoch die Kollektivierung in der Landwirtschaft. Erst wenig begeistert, traten die Eheleute Haschke dann in die PLG Typ III ein. Heute sagen sie dazu: „Was besseres konnte uns eigentlich gar nicht passieren. Wir wussten, was Krankheit sonst bedeutete. Urlaub war ein Fremdwort und die Betreuung der Kinder in der privaten Wirtschaft war schwer. Die übergroße Verantwortung und harte Arbeit verteilte sich nun auf mehrere Schultern“. Die Eheleute wurden erst im Pflanzenbau tätig. Ab 1964 arbeitete Dietmar Haschke als Traktorist (Auszeichnung als bester Mechanisator) und 1979–1990 als Brigadier. „Mit Herz und Seele war ich dabei“ erzählt der Landwirt und dass die Wende eine riesige Enttäuschung für ihn war. „Man konnte gar nicht begreifen, dass man nicht mehr gebraucht wurde“ beschreibt er das Gefühl in der ersten Woche danach. „Es war Schluss und nach der zweiten Woche wurde mit der Abwicklung der LPG begonnen. Große Lkws kamen aus den alten Bundesländern und holten das Getreide ab...“ berichtet er weiter und noch ein halbes Jahr Arbeit bekommen zu haben im Rahmen der Auflösung der LPG. Mit Altersübergangszeit ging es danach in den Ruhestand. „Wir haben hier die besten Bodenwerte und nach der Wende waren sofort die Schwaben hier und haben alles Land aufgekauft und gepachtet.“ Auch die Haschkes verpachteten ihr elterliches Land. Irene Haschkes (geb. Ulbricht, geb. 1937, Abschluss 8. Klasse, zwei Jahre Berufsschule, Arbeit im Obstbau des Vaters, beim Bauern und als Hauswirtschaftshilfe) Weg verlief ähnlich. Ab 1958 mit ihrem Mann den eigenen Hof bewirtschaftend, wurde sie ab 1960 im Feldbau der LPG tätig und erlebte mit der Wende ebenfalls den Verlust des eigenen Arbeitsplatzes. Altersübergang und Rente folgten. Seither kümmerten sich beide um Haus, Hof und Garten, hoffen heute noch lange gesund und selbstständig leben zu können. Die gute Nachbarschaft freut die Eheleute. Sie ist begründet durch den ehrlichen Umgang miteinander, die gegenseitige Hilfsbereitschaft und den Respekt vor dem Fleiß mit dem das jeweils Geschaffene erreicht wurde. Die Kinder Wolfgang (geb. 1957, Maurer, Polier) und Angelika (geb. 1959, Bürokauffrau), Enkel und Urenkel sind der Stolz der Familie. Mit dem Sohn wohnen sie in einem Haus und dass damit ihr Werk weitergeführt wird, ist schön für die beiden. „Wenn wir mal in guter Erinnerung bleiben, über uns noch gesprochen wird wenn wir einmal nicht mehr da sind, dann ist das sehr schön“ sagt Irene Haschke, denn auch sie erzählen gerne und viel über ihre Vorfahren. Und die Familie ist nun einmal die Wurzel des eigenen Lebens.