MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Eberhard und Erika Haubold

„Wir fühlen uns wohl, weil wir alle zusammen sind“

Eberhard und Erika Haubold

Traktorist
Köchin
Döbelner Str. 20 c
04720 Döbeln OT Choren

Sie haben alles, was sie zum Glücklichsein brauchen: Gesundheit im hohen Alter, eine intakte Familie, ein schönes großes Grundstück mit viel Natur und Garten. Erika und Eberhard Haubold aus Choren, einem Ortsteil von Döbeln in Sachsen, haben sich immer in der Landwirtschaft zu Hause gefühlt, sich einst Ochsen, Schweine, Hühner, Gänse und Schafe gehalten. Das Ehepaar ist seit 1960 miteinander verheiratet, hat drei Kinder großgezogen und mittlerweile zwei Enkeltöchter. Sohn Matthias, geboren 1961, ist Bäcker von Beruf und wohnt heute in Döbeln. Die beiden Töchter Kerstin (Jahrgang 1965, Finanzangestellte) und Kathrin (zur Welt gekommen 1970, Büroangestellte) wohnen mit auf dem elterlichen Grundstück in Choren. Die beiden Schwiegersöhne sind als Elektriker und Maler sehr handwerklich. Und zur Freude von Erika und Eberhard Haubold gehe es Hand in Hand. „Wir fühlen uns wohl, weil wir alle zusammen sind“, erklärt Eberhard Haubold, der seine Frau auf dem Rummel in Döbeln kennengelernt hat. Geboren 1938 in Choren, ist er als Einzelkind mit seiner Mutter bei deren Eltern in der Landwirtschaft aufgewachsen. 1944-1952 ging er zur Schule und lernte nach der 8. Klasse auf dem Volksgut in Hirschfeld. Eberhard Haubold besuchte zwei Jahre die Fachschule für Saatzucht in Wolmirsleben in Mecklenburg. Er hatte eine schöne Kindheit und wollte nichts anderes als in der Landwirtschaft arbeiten – als Traktorist und Mechanisator verdiente er sein Geld. Obwohl er zwischenzeitlich mal in der Papierfabrik Nossen arbeitete, ließ ihn die Landwirtschaft bis zum Eintritt in den Vorruhestand nie los. Im Vergleich zu ihrem Ehemann hatte Erika Haubold, geborene Jakob, zur Welt gekommen 1939 in Döbeln, keine schönen Kindheitsjahre. Sie war erst sechs Jahre alt, als die Mutter, eine Österreicherin, 1945 an den Folgen eines Granatsplitters starb, der sie am Kopf getroffen hatte. Der Vater, der sich in französischer Gefangenschaft befand, heiratete wieder – eine Frau, die selbst zwei Kinder mit in die Ehe brachte. Erikas Bruder wurde in ein Kinderheim gegeben, weil die Stiefmutter mit ihm nicht klarkam. Erika suchte sich nach dem Abschluss der 8. Klasse eine Arbeit als Kindermädchen bei Lommatzsch, um Geld zu verdienen. Danach arbeitete sie in einer Fleischerei mit Gastwirtschaft in Marbach. 1972 fing Erika Haubold in der Schlossbergschule als Küchenhilfe an, wurde später Köchin. Gern spricht sie von den 23 Dienstjahren, die sie nicht missen möchte. Es sei eine schöne Zeit im Umgang mit den vielen Kindern gewesen. So hat sie aus ihrem schweren Start ins Leben doch noch das Beste gemacht. Ebenso wie ihr Mann hat sie viel Familiensinn. Und das soll auch so bleiben.
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