MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Edwin Hartmann
Flöha wurde zur neuen Heimstätte einer wunderbaren großen Familie
Spinnerin i. R.
Mechanikermeister i. R.
Lessingstr. 46
09557 Flöha
Starke Kinder verlangen starke Eltern. Anneliese und Edwin Hartmann war es möglich, diesen Part als Teil eines Ganzen in vorbildlicher Weise zu übernehmen und ihre Kinder wie auch Enkel nahmen und nehmen einen derart guten Entwicklungsweg, dass das Ehepaar von einem Glücksgefühl getragen ist und von der großen Freude des Eltern- und Großelternseins berichten kann.
Edwin Hartmann wurde am 28.03.1940 in Friedenstal/Bessarabien geboren. Die Eltern waren Landwirte und es blieb ihnen nicht erspart, sich mit ihren sieben Kindern von der rumänischen Heimat zu trennen. Im nächsten Schicksalsschlag wurde die Familie nach dem Krieg vom Vater verlassen. Fünf Jahre in Polen interniert, war es 1949 endlich möglich, sich in Gößnitz/Thüringen eine neue Lebensbasis zu schaffen. Edwin Hartmann bekam einen Stiefvater, der nach Schulende des Stiefsohnes an Lungenkrebs verstarb. Mutter verfügte über extrem wenig Geld. Auch war ein weiteres kleines Brüderchen geboren worden und Edwin Hartmann blieb nichts anderes übrig als Geld zu verdienen. Der Lebensunterhalt für die jüngeren Geschwister musste erwirtschaftet werden.
Er verdingte sich in der Landwirtschaft, kam ab 1957 für 1 ½ Jahre zur Armee und begann 1959 in der Baumwollspinnerei Flöha – ein Unternehmen, dem er bis zum Ende des Berufslebens seinen Broterwerb verdankte. Edwin Hartmann ließ sich zum Mechaniker ausbilden, arbeitete in neuem Beruf und bekleidete die letzten 12 Jahre bis zum Vorruhestand 1990 eine Meisterstelle. Während der Dienstzeit gehörte er über 22 Jahre der Kampfgruppe an und fungierte ab 1954 bis zur deutschen Vereinigung als Ausbilder bei der Gesellschaft für Sport und Technik.
Anneliese Hartmann wurde am 05.09.1936 in Eppendorf geboren, lebte in Schellenberg und ließ sich nach der Schule in der Spinnerei Erdmannsdorf ausbilden. Mit Umzug nach Flöha 1952 wurde sie dort als Ringspinnerin eingestellt, musste Berufstätigkeit und Kindererziehung koppeln und das Familienleben gestalten. Gefragt war hierbei ihr immenses Organisationstalent.
Tochter Eva hatte sie mit in die Ehe gebracht, welche 1959 geschlossen wurde. Danach erblickten die Kinder Angelika, Veronika, Andreas und Ramona das Licht der Welt und Hartmanns wurden Großeltern von neun Enkelkindern.
In Flöha hatte die Familie ihre neue Heimstätte gefunden.. Schon 1960 verschrieb sich Edwin Hartmann als Mitglied des Hasenvereins der Zucht von Klein- und Zwergwiddern und versorgt seine 11 Schafe.
Gern würde er aufgrund einer Asthmaerkrankung einen Kururlaub mit seiner Anneliese in Bad Salzungen verbringen. Noch hindern ihn die Tiere an der Realisierung, doch irgendwann klappt es bestimmt.