MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ehrenfried und Waldtraut Haubold
Mehr sein als scheinen
Staatlich geprüfter Landwirt, Diplom-Agraringenieur
Großhandelskaufrau
Gartenstr. 7
09577 Niederwiesa, OT Lichtenwalde
Waldtraut und Ehrenfried Haubold haben sich aus einfachen Verhältnissen emporgearbeitet und blicken heute mit stolz auf ein erfülltes und vor allem arbeitsreiches Leben zurück. Die im Jahr 1938 geborene Waldtraud Haubold erinnert sich gut an die Fliegeralarme, die ihre Kindheit bestimmt haben und den Schreck, als die Familie bemerkt, dass der kleine Bruder Albrecht in seinem Bett vergessen worden ist. Sie erlernt den Beruf einer Großhandelskauffrau und ist bis 1968 in ihrem Ausbildungsbetrieb tätig. Im selben Jahr heiratet sie ihren Mann Ehrenfried, ein Jahr später kommt die Tochter Annett zur Welt. Diese ist heute Sparkassenfachwirtin und hat zwei Söhne. Seit 1970 leben die Haubolds in Lichtenwalde, wo Waldtraud Haubold als Buchhalterin im Agrarwissenschaftlichen Zentrum (AWZ) tätig ist. Am 18. Dezember 1990 wechselt sie von einem Tag zum anderen zu einem Imbiss, den später die Firma „Grillmeister“ übernimmt. „Ich habe hier teilweise bis zu zwölf Stunden gearbeitet und oft kein Geld gesehen“, erinnert sich Waldtraud Haubold. Sie gibt diese Arbeit 1996 auf und ist froh, zwei Jahre später in Rente gehen zu können.
Ehrenfried Haubold kommt 1936 zur Welt und wächst auf dem Hof seiner Eltern in Dittersbach auf. Schon während der Schulzeit wartet nach dem Unterricht die Arbeit auf ihn, die er jedoch mag. Er lässt sich nach dem Abschluss der achten Klasse nun auch professionell zum Landwirt ausbilden und erlebt nach drei Jahren Lehrzeit die ersten Versuche mit der LPG. Der Vater sieht die Entwicklung voraus und rät dem Sohn zum Besuch der Fachschule. Nach deren Abschluss wird er in die Uckermark geschickt, wo er acht Jahre bleibt. In dieser Zeit beginnt die Kampagne zur Bildung der LPG, Ehrenfried Haubold steht ihnen skeptisch gegenüber und wechselt in den Pflanzenschutz. Nach dem Besuch der Fachschule kann er nach langen Kämpfen wieder in seine Heimat zurückkehren und wird hier später Leiter der Kreispflanzenschutzstellen in Hainichen. Doch er mag es nicht, alte und gestandene Landwirte zu belehren, so wechselt er als Versuchstechniker nach Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz. Nach einem Fernstudium in Halle ist Ehrenfried Haubold Dipl.-Agraringenieur, wird Abteilungsleiter und muss nach 1990 die Abwicklung seines Bereiches miterleben, auch wenn er selbst zunächst bleiben kann. Als er mit 63 Jahren in die Rente geht, trennt er sich mit Wehmut von einer Arbeit, die sich im Sommer in der Natur und im Winter am Schreibtisch abgespielt hat. Waldtraud und Ehrenfried Haubold sind in den letzten Jahren viel gereist und würden gerade deshalb viel besser Fremdsprachen beherrschen. Derzeit planen sie eine Schiffsreise auf der Donau. Sie wollen ihr Leben noch lange bei guter Gesundheit genießen und das Abitur ihres ältesten Enkels erleben.