MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Werner und Ursula Hartzendorf

Erfüllte Jahre und den Widrigkeiten des Lebens getrotzt

Werner und Ursula Hartzendorf

Rundfunkmechaniker
Meisterin für Textiltechnik
Bertolt-Brecht-Str. 15
09217 Burgstädt
Fon: 03724 / 14048

Ursula Hartzendorf wuchs mit zwei Brüdern in Sachsendorf auf, wo sie 1937 zur Welt gekommen war. Acht Jahre besuchte sie die Schulen von Döhlen, Theesdorf und zuletzt Milkau. Aber dann ergab sich 1951 für sie keine Lehrstelle, sie arbeitete vier Jahre in der Landwirtschaft, fand dann am Institut für Lehrerbildung in Rochlitz eine Anstellung als Reinigungskraft und später auch Küchenhilfe, zuletzt als Köchin. Als sie mit der Heirat 1962 nach Burgstädt wechselte, kümmerte sie sich anfangs um die beiden Kinder, die Werner Hartzendorf, damals früh verwitwet, mit in die Ehe brachte. Nähen war schon lange ihr Hobby, die erste eigene Nähmaschine hatte sie sich auf Abzahlung zugelegt, so war es für sie günstig, dass sie als Näherin dann beim VEB Textilwerke „Clara Zetkin“ in Taura bzw. später in Markersdorf anfangen konnte. Von 1969 bis 1990 blieb sie im Betrieb, qualifizierte sich zur Meisterin für Textiltechnik, besuchte die Gewerkschaftsschule und agierte zuletzt als Vorsitzende der Betriebsgewerkschaftsleitung. Als aus volkeigen wieder privatwirtschaftlich wurde, gehörte sie zu den ersten, die den Betrieb verlassen mussten. Doch in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen fand sie diverse Möglichkeiten ihre Fähigkeiten einzubringen, sei es als Näherin oder bei der Erschlüsselung historischer Dokumente, denn sie konnte altdeutsche Schrift lesen. Werner Hartzendorf, Burgstädter von Geburt 1928 an, ließ sich nach achtjährigem Schulbesuch zum Rundfunkmechaniker ausbilden. Dann wurde er im Rahmen des Reichsarbeitsdienstes zu den Waffen gerufen. Eine Verwundung verhinderte, dass er in dem bombardierten Zug saß, der seine Kameraden in den Tod führte. Auch wenn sein Augenlicht geschädigt war, ihm räumliches Sehen von da an schwer fiel, in langen Berufsjahren beim VEB Elfema Burgstädt konnte er seine Kenntnisse und Fertigkeiten beim Bau von Radiogeräten, Fernmeldeanlagen, teilweise auch Fernsehern einbringen. Als er anderen half, einen Sender zu bauen, der ins Ausland reichte, um deren Ausreise aus der DDR vorzubereiten, waren zwanzig Monate in den Haftanstalten von Waldheim und Eisenhüttenstadt unfreiwilliger Lohn. Als das System DDR Geschichte war, wurde er rehabilitiert. Die beiden Töchter haben die Familie Hartzendorf um fünf Enkelkinder erweitert, besonders Enkel Patrick ist die große Freude des betagten Paares.
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