MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Volker Hassel
In Ruhe und Gelassenheit
Margueritenweg 23
06118 Halle
Wie jeder Junge, hatte auch der 1941 geborene Volker Hassel einen Traum: Erst wollte er Förster werden, dann seinen Freund, der Kapitän werden wollte, als Bordingenieur auf einem Schiff begleiten. Studiert hat er dann nach dem Abitur (1959) letztendlich Verfahrenstechnik – ein neuer, gerade aufkommender Studiengang. Im Jahr 1965 schloss er diese Ausbildung als Diplom-Ingenieur erfolgreich ab. Im selben Jahr heiratete er auch seine Frau Gabriele – Grundschullehrerin von Beruf. In der Filmfabrik Wolfen nahm er im Anschluss eine Tätigkeit auf. Noch heute lobt er die Weitsicht seines Abteilungsleiters, der veranlasste, dass er sowohl die Projektierung, als auch die Konstruktion und Berechnung durchlief, um für sich selbst zu entscheiden, in welche Richtung er sich beruflich weiter entwickeln wollte. Im vierten Jahr wurde Volker Hassel Berechnungsingenieur, bewarb sich als Emissionsbeauftragter. Doch seine offensiv kritische Haltung zu politischen Fragen verhinderten die Übernahme dieser Funktion. 1969 wechselte er für zwei Jahre zum Rat des Bezirkes in die Abteilung Verkehr und Wasserwirtschaft, zuständig für Luftreinhaltung und war beteiligt am Aufbau der ersten Technischen Beratungs- und Kontrollstelle für Emissionen der DDR. In Folge angegliedert an das Hygieneinstitut, wurde es zur Aufgabe in allen Bezirken eine entsprechende Stelle aufzubauen, das Personal dafür zu schulen und anzuleiten. Die Diskrepanz zwischen Messergebnissen, Schlussfolgerungen und tatsächlichen Maßnahmen beeinträchtigen die Freude an der Arbeit und führten 1978 zum Wechsel zum WTZ der chemischen Industrie. In einer Zeit der Zunahme der Berufkrankheiten wurde sein Aufbau eines Katasters der Schwachstellen der chemischen Industrie sehr begrüßt. Eigene Qualifizierung zum Ingenieur für Arbeitsmedizin befähigten ihn zu seiner Aufgabenerfüllung, Parteilosigkeit verhinderte Entwicklungschancen und führte zum Arbeitsplatzwechsel in die Arbeitshygiene des Rates des Bezirkes, dem ab 1988 eine Tätigkeit als Abteilungsleiter im Medizinischen Dienst des Verkehrswesens folgte. Nach der Wende und Information über mögliche Veränderungen, wurde neue Orientierung notwendig. Seine Bewerbung beim Landesamt für Umweltschutz hatte Erfolg. Die Arbeit hier führte er bis 2005 aus – ein Jahr vor Erreichen des Renteneintritts –, weil er sich ab da der Pflege seiner Mutter widmen wollte. Nicht nur beruflich kann Volker Hassel auf Erfolge zurückblicken, auch sportlich hat er diese zu verzeichnen. Seit 55 Jahren spielt er Tennis (bis zu seinem 69. Lebensjahr noch in der Landesoberliga), war 20 Jahre Nachwuchstrainer, brachte seine Tochter Annette mit 12 Jahren zur Teilnahme an den DDR-Meisterschaften. Die dem Vater eigene Zielstrebigkeit hat sich scheinbar auf sie vererbt. Sie studierte Chemie und ist heute Privatdozentin und verheiatete Mutter einer Tochter. Familie Hassel hat ihren Garten am Haus innerhalb von 25 Jahren zu einem botanischen Erlebnis gestaltet, das heute Interessierte im Rahmen der Reihe „Gartenwelten – Gartenspaziergänge“ genießen können. Er ist ein Spiegelbild der Hassels und zeugt von Arbeit, Kreativität, Geduld, Ausdauer, Ruhe und Gelassenheit. Die Bilder von der Enkeltochter auf der Wiese, den Sportfreunden in gemütlicher Runde belegen Harmonie, Familiensinn und Lebenslust, die sich die Familie mit langer Gesundheit erhalten möchten.