MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Angelika Hartwig
Im Beruf angekommen....
Inhaberin Gaststätte Platanenhof
OT Zschornewitz
Str. des Friedens 50 B
06772 Gräfenhainichen
Fon / Fax: 034953 / 26852
Internet: www.platanenhof.de
..ist heute Angelika Hartwig, die eigentlich schon als junges Mädchen die Liebe zur Gastronomie in sich trug. Aber damals, so erzählt sie, hat es sich nicht so ergeben. Deshalb nahm die 1955 Geborene nach dem Abschluss der 10. Klasse 1972 eine Lehre zur Industriekauffrau im Chemiekombinat Bitterfeld auf. Vom Ausbildungsbetrieb übernommen, arbeitete sie im Hauptbuchhalterbereich, bevor sie „der Liebe wegen“ nach Leipzig zog und hier eine Stelle als Sekretärin im VEB Kfz-Instandsetzung annahm. In einer kleinen privaten Autoinstandsetzungsfirma setzte sie ihre Arbeit fort, arbeitete dann in der Fahrschule ihres damaligen Mannes. Als dieser wegen besserer Arbeitsmöglichkeiten in die alten Bundesländer ging, führte sie dessen kleine Fahrschule für ½ Jahr. Eine schwierige Zeit, denn nebenher hatte Sie Arbeit in einer Cafeteria und ihren Wohnsitz indessen in Bitterfeld. Um 8.00 Uhr die erste Stelle antretend, um 20.00 Uhr die letzte verlassen, dann nach Bitterfeld, fiel sie um 22.00 Uhr erschöpft ins Bett und war sich sicher: „Das machst Du nicht lange mit!“ In Bad Dürrenberg bewarb sie sich im Hotel und Restaurant „Altes Badehaus“, wurde als Restaurantleiterin eingestellt. Zu ihren Aufgaben zählte auch die Anleitung der Lehrlinge. Doch ihre Vorstellungen davon und die ihres Chefs drifteten sehr auseinander. Irgendwann stellte sie sich dann die Frage: „Warum machst du das nicht selbst?“. Sie sah sich nach geeigneten Objekten um, erhielt Angebote aus den verschiedensten Bundesländern und fand schließlich in Zschornewitz das heutige Objekt. Der „Plantanenhof“ ist Dienstags bis Sonntags geöffnet, von 11.00 Uhr, bis der letzte geht. Er bietet gut bürgerliche Küche und für die Mittagsgäste zusätzlich ein Tagesangebot für nur 3,50 €. Beliebt als Veranstaltungsort von Familienfeiern bis hin zu Schlachtefesten, sorgt die Chefin für Saisonalen Genuss mit ¼-jährlich wechselnder Speisekarte. Ihr Koch Ralf Rosenberger ist seit Eröffnung dabei und die Gäste loben seine Kreativität und Flexibilität. Was für sie nicht gleich zu erkennen ist, ist die Arbeit, die in der Gastronomie heute steckt. Chefin Angelika Hartwig macht alles selbst. Sie serviert, putzt, wäscht die Wäsche – in einem 15-18-Stunden-Tag. Da kann man gut verstehen, dass sie sich endlich einen großen Urlaub wünscht. Als sie in die Selbstständigkeit ging meinte Sohn Dirk (geb. 1978): „Mutti bist Du denn verrückt? Warum willst Du Dir das antun?“ Heute kann er stolz sein auf seine Power-Mutti!