MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Willi und Rose-Marie Hasenfang

Glück ist, dass wir uns beide haben

Willi und Rose-Marie Hasenfang
Elektroingenieur und Bankkauffrau

19053 Schwerin

Willi und Rose-Marie Hasenfang hat die Liebe seit 1947 verbunden. Dieses Jahr begehen sie ihre diamantene Hochzeit. Ihre 4 Kinder, darunter Zwillinge, schenkten ihnen bisher 8 Enkel und 12 Urenkel. Die 4 Kinder sind zwischen 1952 und 1954 geboren. Zu ihrer ersten Wohnung mussten sie mit ihnen 68 Stufen steigen. 1956 bekamen sie endlich eine 4-Raum-Wohnung. Frau Hasenfangs Mutter half mit den Kindern. So konnte Rose-Marie in die Bank arbeiten gehen. Nach der Schule und dem Pflichtjahr bei einer Bauernfamilie lernte sie Bankkauffrau. Diesen Beruf übte sie 42 Jahre lang aus, vorwiegend in der Kreditabteilung der Mecklenburger Bank, die spätere Staatsbank der DDR. Die Kredithöhe und Ratenzahlungen wurden noch handschriftlich auf Karteikarten festgehalten. Zahlungsausfälle mussten eingetrieben werden. Sie hatte immer Freude an ihrem Beruf und verstand sich mit den Kollegen. Nachdem sie in Rente gegangen war, holten die Chefs sie noch zwei Jahre lang zur Unterstützung, um neue Mitarbeiter einzuarbeiten. Bis heute wird sie jedes Jahr zu Weihnachten eingeladen. Auch an Herrn Hasenfang denkt sein Betrieb regelmäßig, für den er Aufbauarbeit geleistet hat. Nach der 8.Klasse lernte er in Schwerin Elektroinstallateur. Mit 16 Jahren kam er in Italien in englische Kriegsgefangenschaft und wurde erst 1947 entlassen. Zurück, begann er bei der Energieversorgung Schwerin zu arbeiten. Er entwickelte sich zum Bauleiter weiter, studierte an der Ingenieurschule in Zittau und absolvierte ein Zusatzstudium in Wismar. Mit der Industriealisierung der Landwirtschaft in der DDR mussten neue Netze aufgebaut werden, um die Dörfer erstmalig mit Strom versorgen zu können. Die Bevölkerung half beim Aufstellen der Masten. Mit der Fertigstellung wurde ein großes Lichterfest gefeiert, Schweine geschlachtet. Das hatte das ganze Leben auf dem Land verändert. Herrn Hasenfang erfüllt ein ehrenvolles Gefühl bei dem Gedanken, dabei für viele Menschen lebensverbessernd mitgewirkt zu haben. Eine Leitung wurde auch über die Elbe gespannt und mit der Teilung Deutschlands nicht abgerissen. Die Wartung in 30m Höhe hatte Herr Hasenfang zur Aufgabe. Nach der Wende wurde diese wieder genutzt. Auch die Mathias-Thesen-Werft hat er strommäßig mit aufgebaut. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung von Schwerin mussten Struktur- und Versorgungsfragen gelöst werden, z.B. beim Aufbau des Wohngebietes Großer Dreesch. Mecklenburg hat keine Naturreserven wie Kohle oder Wasser. Wie kann man Strom rationeller verbrauchen, war die zu lösende Frage. Mit 63 Jahren ging er in Rente. Probleme mit den Augen haben ihn erblinden lassen. Seine Frau hat 3 Krebsoperationen überstanden. Vor ihrer Krankheit verschrieben sie sich in ihrer Freizeit dem Wassersport. Sie sind froh und glücklich, ihr Leben gemeinsam gemeistert zu haben.
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