MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Max und Edith Handorf
Sechs Jahrzehnte glücklich verheiratet
Werner-Seelenbinder-Str. 10
04668 Parthenstein OT Großsteinberg
Edith und Max Handorf wollen in diesem Jahr ihre Diamantene Hochzeit begehen. Das Ehepaar aus Parthenstein, Ortsteil Großsteinberg, hat am 1. April 1961 den Bund fürs Leben geschlossen. Ein Jahr zuvor hatten sie sich im Kino in Großsteinberg kennengelernt. Zwei Töchter, Ute und Marion, geboren 1961 und 1966, sind aus dieser Verbindung hervorgegangen. Mittlerweile ist die Familie gewachsen, denn zwei Enkelsöhne und zwei Enkelinnen gehören dazu. Edith Handorf, geborene Heider, kam 1938 in Steffitz bei Breslau (heute Polen) als Bauerntochter zur Welt. Sie kämpft mit den Tränen, wenn sie sich an die Zeit der Flucht kurz vor Kriegsende erinnert. Der Vater war im Zweiten Weltkrieg, die Mutter schwer nierenkrank und sie musste ins Krankenhaus, da zog Edith als Sechsjährige und kleine Kämpferseele mit ihrer neunjährigen Schwester samt Pferd und Wagen mit einem Treck los in Richtung Sachsen. Kurz vor Dresden erblickten sie am 13. Februar 1945 den schrecklichen Brand (Feuersturm). In Zittau fanden die beiden Schwestern ihre Mutter. Welch großes Glück für die Kinder! In Großsteinberg gelandet, wohnten sie, die viel Schlimmes und Trauriges durchleiden mussten, die um Heu für ihr Pferd bettelten und auch bestohlen wurden (Fett vom Schlachten wurde ihnen vom Wagen geklaut), zwei Jahre bei Bauer Pöritz. Der Vater, zurückgekehrt aus dem Krieg, konnte eine Neubauernstelle erwerben. Edith, die noch in der Heimat eingeschult worden war, ging nun bis zur 8. Klasse zur Schule und machte als 13-Jährige eine Lehre bei der Deutschen Reichsbahn (drei Jahre). Bis zum 31. Dezember 1993 (41 Jahre und vier Monate lang) arbeitete sie in ihrem Beruf als Betriebs- und Verkehrseisenbahner. Ehemann Max Handorf, geboren 1939 in Reinkenhagen in Mecklenburg, wuchs mit sechs Geschwistern auf und drückte nur sechs Jahre die Schulbank. Mit Schiefertafel und in Holzschuhen, auch im Winter bei Schnee und Kälte, ging es drei Kilometer zur Schule. Mit 15 Jahren ging er in die Landwirtschaft (MTS), mit 17 freiwillig zur Armee (1957–1959). Danach verschlug es ihn der Arbeit wegen nach Sachsen. Dort war Max Handorf als Baggerfahrer in einem Steinbruch beschäftigt. Bis 1990 arbeitete er im Quarz-Porphyrwerk Röcknitz- Hohnstädt. Nebenbei betrieb er Tierwirtschaft. 1970 zog die Familie, die Schweine, Kaninchen und Hühner hielt, ins neue Haus ein. Die Handorfs waren immer sehr fleißige und arbeitssame Menschen. Während Max handwerklich äußerst begabt ist und im Haus bisher alles selbst gemacht hat, bewirtschaftete seine Frau Edith den Garten und strickte sehr viel – für die gesamte Familie. Heute wünschen sich die beiden Rentner vor allem Gesundheit. Voller Stolz blicken sie auf alles, was sie sich gemeinsam aufgebaut haben.