MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gudrun und Gerald Hankel

Tierliebe

Gudrun und Gerald Hankel

Mobiler Tierpflegeservice & Pension
Landstr. 1 a
06844 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 2161248

Die Eheleute Hankel verbindet nicht nur die Tierliebe, sondern indessen auch die gemeinsame Arbeit in ihrem mobilen Tierpflegeservice und der Pension. Beide sind im Juli geboren, Gudrun 1966 und Gerald 1965, und beide sind Dessauer von Geburt an. Seit 1984 kennen sie sich, seit 1988 sind sie verheiratet. Die gemeinsamen Kinder Patrick (geb. 1987, Jurist), Sandra und Franziska (geb. 1989, Heilerzieherinnen) und ein Enkel haben ihre Familie vervollständigt. Nach Abschluss der 10. Klasse erlernten beide einen Beruf, der mit der heutigen Arbeit nichts gemein hatte: Gudrun wurde Köchin, Gerald Zerspanungsfacharbeiter. Und wäre nicht die politische Wende in der DDR gekommen, würden sie unter Umständen noch heute in den erlernten Berufen arbeiten. Doch die Strukturänderungen in Gesellschaft und Wirtschaft zwangen die Eheleute sich neu zu orientieren, sich den Gegebenheiten anzupassen. Gudrun Hankel arbeitete nach ihrer Ausbildung und bis 1995 im Kraftwerk Vockerode in der Großküche. Eine schwere Arbeit, doch gegenüber einer Tätigkeit in der Gastronomie mit geregelteren Arbeitszeiten und besserem Verdienst – wichtig für die damals junge Familie mit den drei kleinen Kindern. Gerald Hankel hatte während seines Grundwehrdienstes in der NVA einen Unfall erlitten, konnte seinen Beruf nicht mehr ausüben und arbeitete indessen als Staplerfahrer (ABUS). Doch auch für ihn kam das Wende bedingte Aus. „Hier haben sie ja alle Betriebe dicht gemacht, mit Arbeit sah es mau aus....“, erzählt er und von Arbeitslosigkeit und Tätigkeit als Aushilfskraft. So sannen die Hankels nach, was getan werden könnte. Gudrun Hankel ließ sich zur Diätassistentin ausbilden und plante die Selbstständigkeit. Doch die verwaltungstechnischen Vorgaben ließen das nicht zu und eine zweite notwendige Weiterbildung (Ernährungsmedizinische Beratung) versagte das Arbeitsamt aus Kostengründen. Selbst konnte sie Geld als HARZ-IV-Empfänger nicht aufbringen. Verzweifelt und psychisch an der Belastungsgrenze, suchte sie eine sinnvolle Aufgabe und fand diese im Tierheim. Ehrenamtlich und als ABM-Kraft fanden die Eheleute hier wieder Freude an der Arbeit und zurück zum Selbstwertgefühl. Bald kam der Gedanke auf, das große Grundstück des bewohnten Elternhauses zu nutzen um eine neue Existenz aufzubauen. 2007 war es soweit, der mobile Tierpflegeservice mit Pension wurde gegründet – Katzen, Hunde und Kaninchen finden seither hier liebevolle Betreuung. Mit 1–2 Hunden begann alles, heute sind es oft bis 20 Hunde die das Tierhotel gleichzeitig beherbergt. Nicht immer war es in den letzten 10 Jahren einfach. Die mobile Betreuung ist zeitlich sehr aufwendig. Doch bereut haben die Hankels den Mut sich selbstständig gemacht zu haben nie. Eine enge Zusammenarbeit mit Tierheim, Tierschutzverein und Tierärzten hat sich entwickelt, anfängliche Flyer-Werbung ist indessen durch Mund-zu-Mund-Propaganda ersetzt. Das Ehepaar ergänzt sich gut, die Aufgaben sind abgestimmt. So bleibt auch noch Zeit für die Mutti, die mit im Haus wohnt, den Sportverein und den Garten. Bei so viel Arbeit ist die geplante Erfüllung eines eigenen Wunsches wohlverdient: Für 2018 ist eine Reise geplant, quer durch Deutschland mit einem Wohnmobil.
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