MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gerhardt und Gerda Hartig

Die Parteisekretärin von Amerika und der Bürgermeister von Arnsdorf

Gerhardt und Gerda Hartig

Bürgermeister i. R.
Gewerkschaftssekretärin für Frauenarbeit
Am Dorfbach 10
09322 Penig OT Arnsdorf

Versteckt in einem Seitental der Zwickauer Mulde liegt der kleine Ort Amerika, einst Textilstandort und Bahnstation. Amerika lag also für die Menschen von Arnsdorf (wo Gerhardt Hartig 1934 geboren wurde) und Wechselburg (wo seine spätere Frau als Gerda Müller 1929 zur Welt kam) nicht weit weg. Gerhardt Hartigs Vater fiel schon 1942, er wuchs mit zwei Geschwistern auf, musste vor und nach der Schule beim Bauern arbeiten. Nach Abschluss der 8. Klasse lernte er Handformer in der Gießerei, die zur Peniger Maschinenfabrik (dem heutigen Getriebewerk) gehörte. Nach drei Jahren Ausbildung blieb er noch bis 1958 im Lehrbetrieb, unterbrochen von Armeedienst an der Grenze in Thüringen. 1954 war Gerhardt Hartig in die Sozialistische Einheitspartei (SED) eingetreten, wurde schon 1955 zum stellvertretenden Bürgermeister seines Heimatortes gewählt. 1958 schickte man ihn, als Perspektive für die kommunalpolitische Laufbahn, auf die parteieigene Schule, setzte ihn dann in der Abteilung Landwirtschaft der SED-Kreisleitung Rochlitz ein. Mit Abschlüssen als Rinderzuchtmeister und als Staatlich geprüfter Landwirt qualifizierte er sich auch fachlich. 1974 wurde er hauptamtlicher Bürgermeister von Arnsdorf, war an der Entwicklung des Ortes entscheidend beteiligt, konnte ein Freizeitzentrum für das Dorf auf den Weg bringen. 1990 wollte er sich nicht von seinem bisherigen Weg distanzieren, trat nicht wieder als Bürgermeister an. Gerhardt Hartigs erste Frau Ruth (Heirat 1955) verstarb bereits 1960. Der gemeinsame Sohn Joachim wurde 1955 geboren. 1962 heiratete er seine zweite Frau Gerda, mit der er nun schon über die goldene Hochzeit hinaus glücklich sein darf. Sie brachte die Tochter Carola (Jahrgang 1953) mit in diese Ehe, die gemeinsamen Kinder (Carsten 1963 und Annett 1966) bereicherten die Familie, dazu inzwischen sechs Enkel und drei Urenkel. Auch Frau Gerda wuchs unter eher ärmlichen Verhältnissen auf. Sie besuchte nach der 8. Klasse die Haushaltschule in Waldenburg, musste noch Kriegsdienst in einer Matratzenfabrik leisten. Dann arbeitete sie für die Firma des Vaters (Malermeister), fing später in der Zwirnerei Stein an, begann als Facherin, qualifizierte sich zur Normerin und Mitarbeiterin der Technischen Kontrollkommission (TKO). Nach dem Besuch der SED-Parteischule wurde sie Parteisekretärin in Amerika und begann nach der Geburt der Tochter beim Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB) Rochlitz als Sekretärin für die Frauenarbeit. Nach 22 Jahren in dieser Funktion ging sie 1989 in den Ruhestand.
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