MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Lothar Haring

Ein kreativer Mensch hat immer eine Idee zur Lösung von Problemen“

Lothar Haring

Zum Finkensteg 2
06189 Landsberg OT Niemberg
Fon: 034604 / 21948   

Der das sagt, heißt Lothar Haring aus Niemberg, einem Ortsteil von Landsberg im Saalekreis bei Halle. Hier ist der Diplomingenieur für Maschinenbau mit seiner Frau Barbara (verheiratet seit 1962) zu Hause. Geboren 1940 in Niemberg, wuchs der Junge dort auf und besuchte von 1946–1954 die Schule. Lothar Haring wollte Schlosser werden, sollte aber zur Oberschule gehen, was er jedoch hartnäckig ablehnte. Probeweise kam er in die Frankeschen Stiftungen in Halle, in denen sich eine Schule mit Internat befand. „Nach ein paar Tagen bin ich von dort abgehauen“, schildert er seine Erinnerungen. Ein Schlafsaal für 16 Mann, das war nichts für ihn, wo er doch zu Hause sein eigenes Zimmer hatte. Sein Klassenlehrer stauchte ihn zusammen, „ich wurde zur Erweiterten Oberschule ins Schloss Ostrau, wieder mit einem Internat, geschickt“, blickt Lothar Haring zurück. Es roch dort genauso muffig wie in den Stiftungen, weiß er noch genau. Er haute erneut ab…und ging ins Büro des VEB Dampfkesselbaues nach Hohenthurm, um sich für eine Lehre zum Stahlbauschlosser zu bewerben. Erstaunt seien die dort gewesen, weil er sich mit so einem guten Zeugnis bewarb. Doch es fehlte nach dem Krieg an qualifizierten Facharbeitern, er wurde gern genommen, die Ausbildung sei Spitze gewesen: eigene Lehrwerkstatt mit Berufsschule in der alle Gewerke gelehrt wurden. Verrückt nach Fußball, vom 13. Lebensjahr an spielte er aktiv, blieb er in seiner Heimat und seinem Verein bis heute treu. Lothar wurde Kapitän seiner Mannschaft und jagte bis zum 25. Lebensjahr dem runden Leder nach. Aufgrund einer Knieverletzung sattelte er aufs Kegeln um und schob auch dort keine ruhige Kugel. „Wir waren mit der Mannschaft mehrmals Kreismeister geworden“, schwärmt der damalige Kapitän, er selbst war Einzelkreismeister. Erfolg habe ihn immer angetrieben, beruflich ging es für den strebsamen und ehrgeizigen Niemberger kontinuierlich bergauf . Nach seiner Lehrzeit arbeitete er zunächst in seinem Betrieb, wechselte dann ins Karosseriewerk nach Halle. Lothar Haring begann neben seiner Arbeit als Karosserieschlosser ein Abendstudium. Mit 29 Jahren, inzwischen Vater von zwei Kindern (Sohn Matthias geboren 1963, Tochter Martina 1966) qualifizierte er sich, holte die zehnte Klasse und Teile des Abiturs nach, um sich so auf sein Studium vorzubereiten. Nach fünf Jahren hatte er seinen Abschluss als Diplomingenieur für Maschinenbau mit dem Spezialgebiet Technologie in der Tasche. Er landete in der Konstruktion des VEB Waggonbau Ammendorf, das entsprach seinem Interesse. Man setzte ihn 1970 als Leiter der wissenschaftlich-technischen Planung ein. Lothar Haring übte das Amt zehn Jahre aus, bewarb sich danach um die Stelle als Auftragsleiter und wurde Reisekader für das sozialistische Wirtschaftsgebiet. Dienstreisen führten ihn in die Sowjetunion und nach China. Die Wende erlebte er als Abteilungsleiter für Konstruktion. Diese Arbeit in Verbindung mit der Produktion war für ihn Berufung. Die Deutsche Waggonbau AG erhielt 1993 von der Bundesbahn den Auftrag für Berlin eine neue S-Bahn zu bauen. „Projektierung, Konstruktion und Fertigung der Fahrzeuge erfolgten im Waggonbau Ammendorf“, erzählt Lothar Haring aus seinem spannenden Berufsleben. Er leitete das dafür zuständige Konstruktionsbüro bis zur Serienreife. Anschließend wurde ihm sofort die konstruktive Leitung des Projektes „Metro Helsinki“ übertragen, welche er bis zum Ende seines Berufslebens 1998 inne hatte. Seine Frau (geb. 1941, Hauptbuchhalterin) meinte: „ohne deinen Waggonbau kannst du nicht leben“, aber es funktionierte. Lothar Haring liebt Musik, Reisen und das Handwerkliche. Stolz sind beide auf ihre Kinder, fünf Enkel und einen Urenkel. Dass alle „geradeaus laufen“ und gesund sind, ist das größte Glück für Harings, die bisher alle Kontinente der Erde bereist haben und gern in Niemberg leben.
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