MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Helmut Hampe
Mit Präzision und Genaugikeit überzeugen
Feinmechaniker; Elektromonteur
Förstgener Str. 46
04668 Grimma OT Kössen
Helmut Hampe wird 1934 in Leipzig geboren und zieht 1986 nach Kössen, einem Ortsteil von Grimma. Leipzig ist ihm inzwischen zu dreckig und zu laut geworden. Die ersten beiden Nächte am neuen Wohnort findet er keinen Schlaf, er muss sich erst einmal an die ungewohnte Ruhe gewöhnen. Helmut Hampe denkt an eine schöne Kindheit zurück, die er bei seiner Mutter, einer selbstständigen Damenschneiderin verbringt. Der Vater ist Mechaniker für Fahrräder und Nähmaschinen, er wird 1942 eingezogen und muss außerdem noch die Kriegsgefangenschaft in Bad Kreuznach unter freiem Himmel und das Sterben der Kameraden erleben. Die Mutter ist in dieser Zeit mit den drei Kindern allein. Nach acht Jahren in der 16. Grundschule, deren Gebäude heute noch steht, erlernt Helmut Hampe ab 1948 den Beruf eines Feinmechanikers. Die Ausbildung ist sehr gut, die hier erworbenen Fähigkeiten helfen ihm bis heute weiter, er ist ein sehr genauer und penibler Mensch. Seine Kenntnisse kann er ab 1954 bei einem privaten Elektromeister vertiefen, in den Wochen vor der Frühjahrsmesse 1956 arbeiten Helmut Hampe und seine Kollegen zwei Wochen bei minus 30 Grad im Freien. Da keine Handschuhe benutzt werden können, erweist sich die Arbeit als besonders mühevoll. Seit 1955 ist er mit seiner Ehefrau Charlotte verheiratet. Diese ist Kindergärtnerin und stirbt am 4. Januar 1999.
Helmut Hampe arbeitet später als Prüfmechaniker und absolviert ab 1968 eine zweijährige Ausbildung zum Elektromonteur. Dann wechselt er zu einer Firma für Technisch-Physikalische Messgeräte und baut hier elektrische Geräte zur Messung von Gas. Außerdem gibt es mehr Geld. Hier ist er über 28 Jahre beschäftigt, es ist der längste Abschnitt in seinem Berufsleben. Helmut Hampe und seine Kollegen arbeiten stets sehr zuverlässig und mit höchster Präzision, was zunächst Misstrauen erregt, später sind sie hoch angesehen. Das Arbeitsklima ist sehr gut, noch heute trifft man sich jeden ersten Montag im Monat, stets sind rund 15 Kollegen anwesen.
Am 19. April 1986 verlässt Helmut Hampe den Betrieb und betreut in den nächsten Jahren einen Campingplatz. Die nächste Station sind zwei Jahre in der Abteilung Werterhaltung des Rates des Kreises. Nun ist er für die Straßenbeleuchtung und die Gemeindewohnungen von 22 Gemeinden verantwortlich. Sein jetziges Haus ist die ehemalige Dienstwohnung. Als Helmut Hampe nach zwei Jahren in den Vorruhestand geht, erweist sich die Genauigkeit, mit der er über Jahrzehnte seine privaten Unterlagen geführt hat, als ein großer Segen. Die Versicherungsangestellte ist beeindruckt, innerhalb weniger Tage hält er seinen Rentenbescheid in den Händen. Heute würde Helmut Hampe gern wieder besser laufen können und ärgert sich über die vielen Anglizismen in der „Leipziger Volkszeitung“.