MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Günter Hantsch

Spätentwickler mit Praxisbezug

Günter Hantsch

Staatswissenschaftler
99099 Erfurt

Selbst berühmte Wissenschaftler waren keine Schulgenies. Albert Einstein schmiss zwischenzeitlich die Schule, Thomas Edison musste eine Klasse wiederholen. Auch Günter Hantsch, Erfurter von Geburt 1944, hatte seine Schwierigkeiten (außer in Deutsch und Geschichte), die 8. Klasse sah ihn zweimal, dann ging es schon in die Lehre als Heizungsinstallateur bei der traditionsreichen Firma Wülfinghoff. In drei Jahren schaffte Günter Hatsch nicht nur den Lehrabschluss, sondern dazu die Schweißberechtigung. Zehn Jahre war er nun in der ganzen DDR auf Montage, wurde auch beim polnischen Nachbarn eingesetzt. Dann ermöglichte die Begegnung mit dem Sekretär des Rates des Kreises Erfurt den Wechsel von Muskelkraft zu Kopfarbeit. Er begann als dessen persönlicher Beauftragter, konnte an der Fachschule „Edwin Hoernle“ Weimar eine Fernstudium aufnehmen und als Staatswissenschaftler abschließen, wechselte dann zur Staatlichen Plankommission, wo er Beauftragter für Sekundärrohstoffe wurde und später den Sektor Handwerk betreute. 1979 bestimmte ihn der Rat des Kreises zum hauptamtlichen Bürgermeister (erst eingesetzt, dann in Wahlen bestätigt) der Orte Niedernissa, Rohda, Windischholzhausen, wo er mit eigenem Geschick, begünstigt durch die Ansiedlung von wichtigen Betrieben der Mikroelektronik, die Entwicklung der Orte vorantreiben konnte. Vor den Kommunalwahlen im Mai 1990 entschied er, auf weitere politische Ämter zu verzichten. Da suchte der damalige Bauchef des neu zu gründenden Landtages nach erstklassigen Mitarbeitern und erinnerte sich an Günter Hantsch. In der Haushaltsabteilung des Thüringer Landtages wurde dieser nun stellvertretender Sachgebietsleiter für den technischen Bereich. Dieser Aufgabe konnte er bis zum Wechsel in den Vorruhestand im Jahr 2007 mit Sachverstand und Kompetenz nachgehen. Seine kommunikativen Fähigkeiten waren es, die ihn zum Präsidenten des Stammtisches der Landtagsmitarbeiter werden ließen. Eine besondere Liebe verband ihn mit Polen (durch den Stiefvater bestanden verwandtschaftliche Kontakte). Und in Sopot an der Danziger Bucht war der Ostseestrand genauso schön wie an der mecklenburgischen Küste. Lange Jahre bis zu ihrem Tod 2013 konnte Ehefrau Helga Maria, genannt „Kiki“, ihn durchs Leben begleiten und ohne sie hätte er auch diese berufliche Entwicklung nicht genommen. Die Tochter, Enkel und Enkelin haben dieses bereichert. In Temperafarben hat Günter Hantsch viele Eindrücke im Bild festgehalten.
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