MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Armin und Annemarie Hantusch
Nie die Flinte ins Korn geworfen
Feldbaumeister, Waidmann, Jagdhornbläser
Landwirtin
Badstr. 25
09669 Frankenberg
Längst steht das Frankenberger Ballhaus „Tivoli“ nicht mehr, wo sich Annemarie, geborene Heinze, und Armin Hantusch einst beim Tanz kennenlernten, doch ihre Ehe währt nun schon weit über fünfzig Jahre. Diese Beständigkeit zeichnete beide auch im Berufsleben aus.
Annemarie Hantusch kam 1936 in Leipzig zur Welt, doch Berthelsdorf in Mittelsachsen sollte zur Heimat ihrer Jugend werden. Nach dem Abschluss der 8. Klasse arbeitete sie u. a. im Bereich Milchkontrolle und wurde 1962, wie ihr seit 1958 angetrauter Ehemann, Mitglied der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG). Viele Jahre arbeitete sie nun vor allem im Feldbau, schenkte 1958 Sohn Dietmar, 1962 der Tochter Sylvia das Leben.
Armin Hantusch, Frankenberger von Geburt 1937, wuchs mit zwei Schwestern auf. Acht Jahre besuchte er die Schule, dann zwei Jahre die Landwirtschaftsschule, um einmal die Flächen von seinem Vater (Fuhrbetrieb mit angeschlossener Landwirtschaft) zu übernehmen. Als 1962 die LPG gegründet wurde, wechselte die Verantwortung vom Vater zu ihm, er wurde Mitglied der LPG und arbeitete dort über die vielen Jahre vor allem als Traktorist. Als nach 1990 die Eigentumsrechte an die Mitglieder zurückfielen, die LPG in eine Agrargenossenschaft umgewandelt wurde, sahen Hantuschs die Zeit gekommen, auf neue Selbständigkeit zu verzichten und in den Vorruhestand zu gehen. Arbeit gab es noch immer genug, denn schon zu DDR-Zeiten hatten sie etwas Vieh gehalten und Armin Hantusch konnte nun mehr Zeit für seine Jagdleidenschaft aufwenden. Seit 1970 hatte er sich für das Waidwerk interessiert, konnte 1975 sogar Mitglied der Jagdgesellschaft werden. Muffel-, Reh- und Damwild wurden zur Strecke gebracht, Wildschweine an übermäßiger Ausbreitung gehindert, ein ausgewachsener Keiler war am Ende seiner jägerischen Laufbahn eine besondere Trophäe, ehe er 2009 sein Revier abgab. Zudem machte es ihm vierzig Jahre lang besondere Freude, als Mitglied der Jagdhornbläsergruppe Frankenberg die musikalischen Traditionen der Waidmannszunft am Leben zu erhalten.
Stolz sind beide nicht nur auf das im Arbeitsleben Geleistete und das ihnen beschiedene längst „vergoldete“ Eheglück, sondern auch auf die Entwicklung ihrer drei Enkel.