MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Martin Hampe

Lehrer, Physiker und Hobby-Obstgärtner

Martin Hampe

Honorar-Dozent
Löbersdorfer Str. 12
06780 Zörbig OT Göttnitz  

Der 1941 geborene Martin Hampe erlebte noch bei seinem besuch der Dorfschule die einzügigen Klassen und dass ein einziger Lehrer im Dorf für die schulische Bildung der Kinder verantwortlich war. Vormittags wurde der Unterricht für die Klassen 5–8 abgehalten, am Nachmittag die Klassen 1–4 unterrichtet. Und trotzdem fand er selbst Schule so spannend, dass in ihm frühzeitig der Wunsch erwachte, selbst Lehrer zu werden. Nach dem Besuch der Oberschule in den Fränkischen Stiftungen in Halle (S) und dem Abitur 1960 nahm er ein Studium am Pädagogischen Institut Halle auf, schloss es 1964 mit dem Staatsexamen als Fachlehrer für Mathematik und Physik ab. Zu dieser Zeit herrschte in Mecklenburg großer Lehrermangel und wer nicht ausgefallene Gründe vorweisen konnte, wurde dorthin delegiert. So kam Martin Hampe an eine Schule im Kreis Demmin, arbeitete hier bis 1972. Er nutzte die Zeit auch für ein Fernstudium an der TU Dresden, das er 1973 als Diplomphysiker abschloss. Mit diesem Abschluss in der Tasche verfügte er über bessere berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und erhielt eine Anstellung an de medizinischen Fachschule Köthen als Abteilungsleiter für physikalische Messtechnik. Was anfangs freudvolle Arbeit war, wurde Mitte der achtziger Jahre durch immer größere parteipolitische Dogmatik überschattet und durch bürokratische Willkürakte oft ins Gegenteil verkehrt. Aus diesem Grund verließ er 1978 die Medizinische Fachschule. Im Anschluss wurde er als Freiberufler an der Volkshochschule und der Ingenieurhochschule Köthen tätig. Mit der Wende veränderten die Volkshochschulen ihre Profile, Mathematik- und Physikunterricht waren nicht mehr im Angebot und der Ingenieurhochschule fehlten die finanziellen Mittel zur Weiterbeschäftigung von Honorarkräften. Eine Bewerbung am Ludwigs-Gymnasium Köthen war erfolgreich und begründete die folgende 16-jährige Lehrtätigkeit (Mathematik- und Physiklehrer) an dieser Schule. Er begrüßte den Wegfall der ideologischen Bevormundung und die stark verbesserten technischen und pädagogischen Möglichkeiten. So gelang es ihm z. B. auch mit Verwendung privater Mittel den physikalischen Experimentalunterricht der Oberstufe auf das Niveau des Computer-Zeitalters zu bringen, wodurch sich Motivation und Lernfreude erheblich verbesserten und die Schüler diese Unterrichtseinheiten – man kann schon sagen – mit Begeisterung absolvierten. 2007 aus dem Lehrerberuf in den Ruhestand verabschiedet, ist er seither wieder mit Lehrauftrag tätig. Er betreut an der Fachhochschule Köthen Studenten im Physik-Praktikum. Erholung fand und findet Martin Hampe bei der Arbeit auf der Obstplantage, die einst der Vater begründete, Mutter und Bruder fortführten und die heute noch im Familienbesitz ist. Hier legt er Hand an zum Erhalt und schafft somit körperlichen Ausgleich zu seiner geistigen Tätigkeit.
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