MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Manfred Harder
Ehrlichkeit und freundliches Miteinanderumgenen
Kranfahrer
18273 Güstrow OT Klueß
Das schätzt der Rentner hoch ein und hat sein Leben lang so gehandelt.
Manfred Harder wurde am 8. September im Kriegsjahr 1941 in Altdamm bei Stettin geboren. Schon als Kleinkind kam er zu einer Pflegemutter, die ihn liebevoll aufzog und immer unterstützte. Sie war für ihn ein Vorbild. Die Pflegemutter flüchtete in den Kriegswirren mit dem kleinen Manfred. So gelangte er in die Güstrower Gegend. Der Junge besuchte die Grundschule. Handwerklich und technisch interessiert, erlernte Manfred Harder nach dem Abschluss der 8. Klasse den Beruf des Schlossers. 1959 hatte er ausgelernt und ging für drei Jahr zur Armee, wo er auch als LKW-Fahrer und Ausbilder tätig war. Nach der Armeezeit fand der junge Mann von 1962 bis 1965 eine Anstellung in Kralow als Kranfahrer bei der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft. 1965 veränderte er sich und begann in der Zuckerfabrik Güstrow zu arbeiten, zunächst als Kranfahrer, später als Kfz-Brigadier. Bis 1998 war Manfred Harder beim größten Arbeitgeber der Region beschäftigt. Ob Zucker verladen oder Bauteile transportieren, es war eine vielseitige Tätigkeit im gesamten Kreis Güstrow. Als Brigadier trug er aber auch eine große Verantwortung für das Arbeitskollektiv. Er musste die Arbeit einteilen und vor allem auch für die Sicherheit der Kollegen sorgen. Dass inzwischen die Gebäude der Fabrik geschliffen wurden und nur noch Tor und Zaun stehen, ist für ihn und viele Güstrower unverständlich und schmerzhaft. Bis zu 12 Stunden täglich hatte er hier sein Bestes gegeben, so dass er kaum Zeit hatte, irgendwelche Hobbys zu betreiben. Doch er schaffte es, ein Eigenheim für sich und Frau und Tochter zu bauen. Darauf ist Manfred Harder mit Recht stolz.
1998 wurde er arbeitslos und blieb es, bis er 2001 in Rente ging. Mit der Ehefrau unternahm er oft Reisen nach Polen. Nach deren Tod fand der Rentner wieder eine Gefährtin, die ebenfalls eine Tochter aus der vorangehenden Beziehung hat. Mit der Partnerin Anke wälzt Manfred Harder oft Reisekataloge, und die Beiden unternehmen ab und zu kleine und mittlere Reisen, oftmals mit dem Bus. Sein kleiner Zuverdienst durch Kataloge verteilen, bessert die Reisekasse auf. Beim Austragen trifft er manchmal Bekannte und ehemalige Kollegen, mit denen er gern einen Plausch macht. Oft denkt er an seine geliebte Pflegemutter, die, in Erinnerung an die schwere Kriegs- und Nachkriegszeit, auf dem Totenbett noch wünschte, dass er im Frieden sein Leben verbringen möge.