MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Renate und Ulrich Hahn
Noch geht der Tanz durchs Leben weiter
Handelskauffrau
Berufskraftfahrer, Handelsfachökonom, Kinodirektor
Stockhausenstr. 8
09306 Rochlitz
Inzwischen konnte die Goldene Hochzeit gefeiert werden. Seit 1968 sind Renate und Ulrich Hahn gemeinsam durchs Leben gegangen, zusammen tanzen zu gehen ist ihnen immer noch ein großes Vergnügen. Sie kam als Renate Wüstling im mittelsächsischen Königsfeld 1947 zur Welt. Ein älterer Bruder und eine jüngere Schwester gehörten zur Familie, doch die junge Renate wuchs nach der Scheidung von Vater und Mutter weitgehend bei Pflegeeltern auf. Von 1954–1964 besuchte sie die Königsfelder Schule, begann dann eine zweieinhalbjährige Lehre Handelskaufmann bei der Konsumgenossenschaft im nahen Rochlitz. Dort wurde sie dann für die Buchungsstation eingesetzt, bis 1969 mit der Geburt des Sohnes Jens eine dreijährige Auszeit kam, unterbrochen nur von Urlaubsvertretung in der Konsumverkaufsstelle von Mutzscheroda, dem damaligen Wohnsitz der jungen Familie. 1978 folgte Sohn Lars, der inzwischen die Familie mit einem Enkelkind erfreute. Ab 1972 arbeitete sie wieder für die Genossenschaft, nun als Verkaufsstellenprüferin. Im Mai 1989 wechselte sie zur Gesellschaft für Sport und Technik (GST), nicht ahnend, dass durch das Ende der DDR dieser Institution keine längere Lebensdauer mehr beschieden war. Als sie 1990 arbeitslos wurde, konnte sie sich durch einen Computerlehrgang fit für neue Zeiten machen und bei einer Raumausstattungsfirma als Buchhalterin und Filialleiterin bis zur Insolvenz 1999 interessante Berufsjahre erleben. Aus einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme im Archiv des Rochlitzer Schlosses ergab sich dann eine Festanstellung an der Schlosskasse. Während der Lehrzeit beim Konsum hatte sie ihren zukünftigen Mann kennengelernt, der damals dort als Kraftfahrer tätig war. Er wurde 1942 noch im ostpreußischen Herbstfelde (Kreis Schloßberg) geboren. Im Herbst ging es für die Familie mit Mutter und sieben Kindern (der Vater kam erst 1946 aus der Kriegsgefangenschaft wieder) ins Sächsische. In Mutzscheroda bei Rochlitz fanden sie Aufnahme. Der junge Ulrich hatte nach dem Abschluss der 8. Klasse 1956 eine landwirtschaftliche Ausbildung bei einem örtlichen Bauern aufgenommen, war danach als Traktorist tätig. Ein schwerer Arbeitsunfall 1960 führte zu Krankenhausaufenthalten. 1962 wechselte er zur Konsumgenossenschaft, bis 1970 als Kraftfahrer, dann als Mitarbeiter der Abteilung Rationalisierung und nach einem dreijährigen Studium in Spremberg als Handelsfachökonom. 1985 erhielt er das Angebot, das Rochlitzer Kino als Direktor zu übernehmen. Doch ereilte auch ihn 1990 Arbeitslosigkeit, durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen bei der Gemeinde abgemildert. Dann steuerte er aber bald den Verkaufswagen eines Bäckereigeschäftes über die umliegenden Dörfer. Später übernahm ihn die Bäckerei Stölzel, setzte ihn bis 2009 als Disponent und Fahrer ein.