MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Elfriede Hackl
Auf Selbstständigkeit bedacht
Wolfener Str. 14
06800 Raguhn-Jeßnitz
Fon: 03494 / 34049
Elfriede Hackl wurde am 01.02.1940 in Schlesien geboren und wuchs mit einem Bruder auf. Ihr Vater Hermann arbeitete als Schmiedemeister, Mutter Ida als Hausfrau. „Von 1939–1948 war mein Vater im Krieg, wurde aus russischer Kriegsgefangenschaft entlassen und kam heim nach Mühlbeck, wo wir nach der Flucht aus unserer Heimat 1944 wieder sesshaft geworden waren. Ich hatte hier eine sehr schöne Kindheit und erinnere mich gern an unseren Lehrer, der meine Klasse von der ersten bis zur achten Klasse betreut hat“, erzählt Elfriede über diesen prägenden Lebensabschnitt. Vater Herrmann war nun in der Farbenfabrik tätig und Mutter Ida im Großhandel, wo sie später auch eine Lehrstelle für ihre Tochter besorgen konnte. Elfriede Hackl absolvierte eine dreijährige Lehre als Großhandelskauffrau. Nach einem Vorbereitungslehrgang an der Abendschule in Halle bekam sie ihre Studienzulassung, studierte von 1959–1962 in Dresden und schloss als Ökonomin ab. „Ich habe dann im Einkauf und als Disponentin im Großhandel gearbeitet und hatte die gesamten 40 Jahre vom ersten Tag der Lehre bis zum Ende dieser Berufslaufbahn denselben Chef“, schmunzelt Elfriede. 1963 heiratete sie ihren Mann Wilhelm Hackl, der als Bergbauingenieur arbeitete. „Er war Bergmann mit Leib und Seele, über 20 Jahre bei der Grubenwehr aktiv und Leiter des Vereins „Bitterfelder Bergleute“, berichtet Elfriede. Mit Susann (*1967; Krankenschwester) hat das Paar eine Tochter und mittlerweile zwei Enkeltöchter. Als sich in den 70-er Jahren die Datenverarbeitung entwickelte, arbeitete sich Elfriede Hackl auf diesem Gebiet ein. „Im Zuge der Wende wurden mein Mann und ich im selben Jahr arbeitslos. Die Firma, in der ich tätig war, gab es ab März 1993 nicht mehr. Ich hatte aber Glück und bekam im Rahmen einer ABM-Stelle für zwei Jahre die Möglichkeit, mich um die Umwelterziehung für Kinder zu kümmern. Danach habe ich mich in Steuerfragen fit gemacht und Menschen mit diesbezüglichen Problemen beraten. Ich wollte mich immer selbst fordern“, erklärt die rüstige Pensionärin. Im Herbst 2016 verstarb Wilhelm Hackl infolge einer Krebserkrankung. „Meine Familie, Nachbarn und Kollegen meines Mannes haben mich während dieser Zeit unterstützt“, sagt Elfriede, die nun langsam ins Leben zurückfindet. „Ich verreise gern und schaffe das mittlerweile auch allein“, berichtet sie. Für die Zukunft wünscht sie sich Gesundheit, um die Entwicklung ihrer Enkeltöchter begleiten zu können. „Die beiden sind mein ganzer Stolz“, freut sie sich und hält sich mit Blick auf die Zukunft an solchen Momenten fest.