MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Käthe und Alfred Hammer

Mit Mut und Kraft wieder das Eigene geschaffen

Käthe und Alfred Hammer

Landwirtitin
Agraringenieur
Breitenborner Str. 30
09306 Rochlitz

Wenn es wächst und gedeiht, dann sind die Mitglieder der Familie Hammer am glücklichsten – einmal Bauer, immer Bauer. Als Käthe Fritzsche kam sie 1928 schon in Breitenborn zur Welt, der elterliche Hof blieb ihre Heimat bis heute. Als Jüngste von vier Geschwistern wuchs sie auf, nur fielen die beiden Jungen im Krieg. Das Erbe musste also eine der Töchter antreten. Die junge Käthe fand dazu mit ihrem Ehemann Kurt Hammer (ebenfalls der Landwirtschaft von frühen Jahren an verbunden) den richtigen Partner (Heirat 1949), der sie bis zu seinem Tod 1997 durch Leben und Beruf begleitete. Sie hatte acht Jahre die örtliche Schule von Breitenborn besucht, an der landwirtschaftlichen Berufsschule in Rochlitz die Theorie gelernt, die Praxis selbst bei der Arbeit von früher Jugend an bei den Eltern aufgesogen. Mit ihrem Kurt betrieb sie den 10 Hektar großen Hof, bis es 1960 in die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) ging. Sie arbeitete nun auf den vergemeinschafteten Feldern, dazu blieb das Vieh noch auf dem eigenen Hof, ehe 1972 mit der Umwandlung zur LPG Typ III auch die Rinder und Schweine in die Genossenschaft eingebracht werden mussten. Da wechselte sie in den großen Schweinestall der LPG, wurde mitverantwortlich für die Zuchtsauen und Ferkel. Ab 1951 war Kurt und Käthe Hammer der gemeinsame Sohn Alfred freudig begrüßter Lichtblick des Lebens. Als zweiter Sohn wurde er frühzeitig in das Leben auf dem Hof eingebunden, besuchte dazu die Schule im Ort und ab der 4. Klasse im benachbarten Mutzscheroda. Mit dem Besuch der 9. und 10. Klasse in Frohburg war bereits die Vorbereitung auf den Berufsabschluss verbunden, so dass er 1968 als Agrotechniker abschließen konnte. Im darauffolgenden Sommer war er ein paar Monate mit der Zugmaschine für die LPG im Einsatz, doch schon im Herbst ging es auf die Landwirtschaftsfachschule in Dahlen und Döbeln, wo er in drei Jahren zum Agraringenieur ausgebildet wurde. In Geithain und bald in Tautenhain wurde er als Brigadier eingesetzt, musste sich gegen die Riege ehrwürdiger Altbauern durchsetzen lernen. 1974 unterbrach der achtzehnmonatige Pflichtwehrdienst seine dortige Tätigkeit. Zurück im Zivilleben wechselte er als Brigadier zur aus mehreren LPGen neu gegründeten Kooperativen Abteilung Pflanzenproduktion (KAP) in Ebersbach. Als er sich 1985 um den inzwischen berenteten Vater kümmern wollte, ging er zurück in die heimische LPG und deren Tierproduktion, verantwortlich dort für die Traktoristen. Als sich 1990 die LPG nicht mehr wirtschaftlich halten konnte, begann er beim Landmaschinenvertrieb von John Deere, bewirtschaftete dazu, anfangs im Nebenerwerb, als Wiedereinrichter mit Unterstützung der Eltern den eigenen Hof. Seitdem ist ihm wie seiner Mutter eine gute Ernte die größte Freude.
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