MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Adolf Hain
„Lebe deine Tage je nach der Lage!“ (aus China)
Rodewischer Str. 9
08228 Rodewisch OT Röthenbach
In Plohn (Vogtland) wurde Adolf Hain 1937 geboren. Der Vater war Heizer, die Mutter konnte keiner Arbeit in einem Betrieb nachgehen, denn mit insgesamt acht Kindern hatte sie zu Hause alle Hände voll zu tun. Sie machte Heimarbeit, wiebelte Gardinen (schadhafte Stellen ausbessern). Adolf Hain ging von 1943–1951 in die Schule und lernte dann drei Jahre den Beruf Tischler. Er blieb aber nicht in diesem tätig, des geringen Verdienstes wegen. Der Bergbau (Wolframitgrube Pechtelsgrün) bot bessere Chancen. Ab 1954 nahm er deshalb dort die Arbeit auf, erst über Tage in der Aufbereitung und dann unter Tage als Fördermann und Anschläger am Förderkorb. Auch das Privatleben entwickelte sich – mit Heirat seiner Frau Sieglinde 1958 und Geburt der Kinder Frank (geb. 1959, Schweißer) und Andrea (geb. 1961, Kindergärtnerin). Der Bergmannslohn ernährte die kleine Familie gut. Als nach dreizehneinhalb Jahren die Grube geschlossen wurde, wechselte Adolf Hain in die Textilindustrie. Erst als Farbmischer tätig, später in der Spannerei aktiv, wurde er vom Betrieb bald darauf zum Meisterlehrgang delegiert. Als Meister für Textiltechnik arbeitete er bis zur Wende weiter im Betrieb. Danach machte es keine Freude mehr. „Alles ging drunter und drüber, da bin ich dann in meinen erlernten Beruf zurückgekehrt, habe als Tischler in einer ABM (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme) gearbeitet “ erzählt er davon. Und auch, dass das nur kurze Zeit dauerte, denn die Betriebe in der ehemaligen DDR wurden massiv verkleinert oder geschlossen und die Menschen arbeitslos. So auch er. Bei der Kirche fand er neue Anstellung, konnte hier ca. noch ein Jahr als Handwerker und Hausmeister sein Geld verdienen. Als Bergmann hatte er das Recht mit 55 Jahre in Rente gehen, das tat er dann auch. „Als Sieglinde auch ihre Rente bekam machten wir Urlaubsreisen und halfen beiden Kindern“ erzählt Adolf Hein. Eine richtige und wichtige Entscheidung, denn seine Frau Sieglinde (Stepperin) sollte bald auf seine Hilfe angewiesen sein. Schwer an Demenz erkrankt, pflegte er sie hingebungsvoll zehn Jahre lang, verlor sie jedoch im Jahr 2017 – ein Jahr vor der Diamantenen Hochzeit. Adolf Hain ist froh darüber eine gute Familie zu haben. Seine Kinder haben für vier Enkel gesorgt und vier Urenkel sind auch schon da. Bei allen Familienmitgliedern ist die auch ihm eigene Hilfsbereitschaft vorhanden. Sie unterstützen ihn und er ist sehr dankbar dafür. Der Glaube an Gott hat ihm zudem im Leben immer geholfen. Früher war er im Gemeinderat tätig. Heute besucht er am Sonntag die Kirche und verbindet das mit einem Friedhofsbesuch bei seiner Frau. Seit 1961 lebt er in seinem Haus, das viele Erinnerungen an das gemeinsame Leben mit ihr birgt. Viel hat er in vergangenen Jahren dort gewerkelt, geschafft, verändert instand gehalten. Heute geht alles etwas ruhiger zu. Er liest, schaut fern und ist froh noch halbwegs gesund zu sein. Gerade als er das sagt, kommt seine Schwiegertochter in das Zimmer und sagt: „Ich hänge dann mal schnell die Wäsche auf....“ Wie schön dass das Sprichwort „Ehre stets die Alten, du bist nicht ewig Kind. Sie waren wie du bist, und du wirst, was sie sind.“ In diesem Haus so verwirklicht wird.