MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

Gesamte Liste anzeigen

Lothar und Petra Hammer

Langes Glück, erst spät mit Trauschein

Lothar und Petra Hammer

Meister der Rinderzucht
Schlosserin, Stellwerkswärterin
Alte Str. 12
04567 Kitzscher OT Trages

Ihre Gemeinsamkeit von inzwischen über vierzig Jahren wurde erst im Jahr 2000 durch den Gang zum Standesamt gekrönt. Doch standen zwischen ihnen keine Unsicherheiten oder Vorbehalte gegen eine Eheschließung, sondern die Tatsache, dass sie Schweizer Bürgerin war, ihre diesbezügliche Staatszugehörigkeit zu DDR-Zeiten nicht aufgeben wollte. Denn schon ihre Mutter war Schweizerin, hatte aber im Süden von Leipzig den Mann fürs Leben gefunden. So wurde ein DDR-Alltag gelebt, aber Reisen in die Heimat blieben ihr und ihrer Tochter Petra (1955 in Leipzig geboren) möglich. Die junge Petra wuchs in Thierbach (Südleipziger Braunkohleabbaugebiet) auf. Ihr Vater war als Traktorfahrer in einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) tätig, die Mutter hatte neben dem Schweizer auch den Schweißer-Pass. Praktische Tätigkeit lag der Heranwachsenden, so dass sie nach dem Schulbesuch im nahen Kitzscher eine Schlosserausbildung im Braunkohlenkombinat Espenhain abschloss, danach mit Zusatzqualifizierung als Stellwerkswärterin bei der Betriebsbahn eingesetzt wurde. Nach der Geburt des Sohnes arbeitete sie lange Jahre im Bereich Schwefelgewinnung, Ruß und Gestank prägten so ihren Berufsalltag. Als 1990 diese Anlage stillgelegt wurde, begann sie für elf Jahre im „Massa“-Supermarkt als Verkäuferin, kümmerte sich dann um die Pflege der Schwiegermutter und später ihrer eigenen Mutter und ist als Halbtagskraft im Reinigungsgewerbe noch immer beruflich aktiv. Lothar Hammer kam 1953 auf dem Hof der Gemeinde Trages zur Welt, den die Familie erbte und einmal weiter vererben will, denn neben dem Sohn René (1977 geboren) gibt es schon zwei Enkelkinder. Die Landwirtschaft der Großeltern mütterlicherseits bestimmte seine Jugend, was hieß, dass er (wie seine drei Geschwister) zeitig lernte mit anzupacken. In der Nachbargemeinde Mölbis besuchte er die ersten vier Klassenstufen, schloss die 10. Klasse 1970 in Espenhain ab. Zwei Jahre dauerte seine Lehre zum Rinderzüchter in Pegau (Praxis) und Delitzsch (Theorie). Nach der Lehre rief erst einmal der Pflichtwehrdienst, dann trat er der LPG „Glück auf“ Trages bei, der seine Eltern seit 1959 angehörten. Er betreute die knapp 70 Kühe im Rinderstall der Genossenschaft, konnte einen Abschluss als Meister der Rinderzucht erwerben. Als 1978 die Zwischengenossenschaftliche Einrichtung (ZGE) Dittmannsdorf installiert wurde, nun waren 1.930 Rinder aus mehreren LPGen zusammengefasst, konzentrierte er sich auf den Bereich Reproduktion. 1991 wechselte er für drei Jahre zu einem nun selbstständig wirtschaftenden Bauer (Wiedereinrichter), wirkte bei der Tagebausanierung in Zwenkau mit und kehrte dann nach Dittmannsdorf in die inzwischen privatisierte Milchviehanlage zurück, bis der Zeitpunkt für die Rente gekommen war.
Gesamte Liste anzeigen

  • Der Verlag
  • Gesichter der Regionen
  • VWM-Info
  • Menschen und ihre Gesichter
  • Suche
  • Ihre Empfehlung
  • Unser Anliegen
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz