MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Heinrich und Anna-Elisabeth Hahn
Die Erfüllung im Beruf und in der Familie gefunden
Tischlermeister a. D.
Lindenufer 5
99976 Faulungen
Fon: 036024 / 88270
„Mein Leben begann damit, dass mein Vater im Krieg geblieben war und ich, bevor ich Tischler lernen konnte, meiner Mutter ein Jahr in der Landwirtschaft helfen musste“, so beginnt der Lebensbericht des Angehörigen einer Generation, die in ihrer Jugend alle Wünsche und Bedürfnisse dem nackten Kampf um das Überleben unterordnen musste. Der am 14. Juni 1933 geborene Heinrich Hahn wächst in der Nazizeit auf, schließt 1947 nach acht Jahren die Schule ab und beginnt 1948 eine dreijährige Tischlerlehre. Ab 1951 arbeitet er zehn Jahre in seinem Beruf bei einem privaten Tischlermeister und legt in dieser Zeit erfolgreich die Meisterprüfung ab. Um seinen Anspruch auf das elterliche Erbe zu sichern musste er dann in die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) eintreten, arbeitete dort zunächst in der Feldwirtschaft, übernahm später die Baubrigade. Fleiß, Ausdauer und Zielstrebigkeit lassen Heinrich Hahn bald zu einem sowohl bei den Kollegen als auch bei den Kunden geachteten Partner werden. Er selbst hat es am liebsten mit ehrlichen, humorvollen und toleranten Menschen zu tun. Seine Mutter mit ihrem Lebensmut in einer schweren Zeit ist für ihn bis heute ein Vorbild geblieben.
Als Kind und als Jugendlicher wohnt Heinrich Hahn mit seinen Angehörigen im Grenzgebiet zur Bundesrepublik und lernt so bald die vielen Nachteile einer derartigen Situation kennen. Doch er ist Zeit seines Lebens immer ein Steher. Mit 45 Jahren entscheidet er sich 1978 noch einmal für einen völligen Neuanfang, für den Gang in die Selbstständigkeit. Größtenteils in Eigenleistung reißt Heinrich Hahn auf seinem Grundstück die alten Ställe und eine Scheune ab und errichtet an ihrer Stelle eine Werkstatt. Seine handwerkliche Begabung erweist sich in dieser Situation als ein wahrer Segen. Die Existenz als Selbstständiger ist in der DDR mit vielen Auflagen von Seiten der Behörden verbunden. So fertigt der Tischlermeister vor allem Türen, Fenster, Treppen und Inneneinrichtungen und das in einer Region, wo die Beschaffung von Material oft sehr schwierig ist. Mit dem Umsturz der gesellschaftlichen Verhältnisse im Jahr 1989 und dem Einzug der Marktwirtschaft tritt eine spürbare Verbesserung ein. Mit der Jahrtausendwende übergibt der nunmehr 67-jährige Heinrich Hahn die Werkstatt an den Schwiegersohn Ralf Lischke.
Bereits seit dem 16. Lebensjahr ist Heinrich Hahn ein begeisterter Imker und betreut derzeit 20 Bienenvölker. Außerdem ist der begeisterte Heimatfreund Mitglied des Heimatvereins Faulungen und Mitglied des Gemischten Chores Diedorf / Faulungen. Über drei Jahrzehnte arbeitete er aktiv im Kirchenvorstand mit. Zwei bis drei Mal im Jahr verreist er mit seiner Frau Anna-Elisabeth in die verschiedensten Regionen in Deutschland und in Österreich. Heinrich Hahn würde gern die Gabe besitzen, die schöne Zeit seines Lebens noch einmal erleben zu können und wünscht sich vor allem noch eine gute Gesundheit.