MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

Gesamte Liste anzeigen

Monika Hammer

„Mir ist nichts geschenkt worden...“

Monika Hammer

Birkenlinie 15
07639 Bad Klosterlausnitz
Fon: 036601 / 43303

Die Eltern der 1941 geborenen Monika Hammer hatten 1943 ihr Erspartes in den Kauf eines kleinen Häuschens im Sudetenland investiert und ahnten nicht, wie kurz die Freude sein würde. Zwei Jahre später musste die Mutter – der Vater war im Krieg – mit dem Bollerwagen und den beiden kleinen Töchtern die Heimat verlassen. Bei den Großeltern im Brandenburgischen kam die kleine Familie vorerst unter. Später, nach Rückkehr des Vaters aus der Gefangenschaft 1946, und Arbeitsaufnahme gelang es, die erste kleine Wohnung auf einem Hinterhof in Burg zu beziehen. Der Vereinigungsparteitag von KPD und SPD wurde für den Vater (SPD) zum Wendpunkt in der persönlichen Entwicklung. Mit Parteistrafe unter Tage bei schwersten Bedingungen arbeiten müssend, erkrankte der gelernte, zierliche Buchhalter, erfüllte damit die Auflagen nicht und wurde arbeitslos. Die Familie lebte von dem, was der Garten hergab. Um dem zu entfliehen, ging der Vater in den Weststeil des Landes, nahm Arbeit in einem Chemiebetrieb an, die ihm den verbliebenen Rest der Gesundheit kostete. Doch auch die Mutter erkrankte und sie und die drei Kinder brauchten Unterstützung. So kehrte der Vater zwar in den 50er Jahren in die DDR zurück, war aber sehr konträr eingestellt und brachte dies auch in den verschiedensten Handlungen zum Ausdruck. Diese Haltung hatte Auswirkung auf den Werdgang von Monika Hammer. Nach der Schule hatte sie die Ausbildung zum Facharbeiter für Rinderzucht absolviert, wollte Tierärztin werden. Als 1958 ihre Delegierung zum Studium greifen sollte, verließ der Vater erneut die Republik und Mutter und Schwester hatten begonnen, sich in kirchlichen Einrichtungen zu engagieren. Monika Hammer wurde entlassen, erhielt weder die Zulassung zum Studium, noch neue Arbeit oder auch nur die Möglichkeit die Abendschule zu besuchen oder das Abitur zu machen. Beste Zeugnisse halfen nichts und um überhaupt Geld zu verdienen, nahm sie Arbeit als Haushalts- und Küchenhilfe an. Doch es gab auch Menschen, die ihr halfen und ihr letztendlich ein Pädagogikstudium ermöglichten. 1963 hielt sie ihr Staatsexamen als Heimerzieher in den Händen. Sie leitete ein Lehrlingswohnheim, arbeitete als Heim- und Horterzieherin. Von ihren fünf Kindern Ina, Anne, Klaus, Katja und Frank, sind zwei in ihre Fußstapfen getreten, arbeiten heute auch als Erzieher, haben ihrerseits für sechs Enkel und zwei Urenkel gesorgt. Die Freude in ihrem Leben gewann sie aber nicht nur durch ihre Kinder, sondern auch durch ihre Hinwendung zur Musik. Nach einer Gesangsausbildung war sie viele Jahre Solistin eines großen Orchesters. Die Kultur hat sie nie losgelassen, half ihr, die schwere Zeit zu überstehen, als mit 46 Jahren Krankheitsbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden musste. Sie war Mitbegründerin der Vereine Seniorenschutzbund Bad Klosterlausnitz e. V. und des VdK Ortsverbandes (OV) Hermsdorf e. V., im Sozialausschuss der Gemeinde und Mitinitiatorin der Seniorenbegegnungsstätte „Lindentreff“ vom ASB Hermsdorf. 14 Jahre gab sie Heiligabend-Konzerte in der Moritzklinik Bad Klosterlausnitz und legte mit 70 Jahren die Chorleiterprüfung ab. Sie arbeitete mit viel Herzblut im sozialen und kulturellen Engagement in verschiedenen Bereichen etliche Jahre. Jetzt hat die eigene Gesundheit zum Kürzertreten gemahnt und das tut sie an der Seite ihres Lebensgefährten
Gesamte Liste anzeigen

  • Der Verlag
  • Gesichter der Regionen
  • VWM-Info
  • Menschen und ihre Gesichter
  • Suche
  • Ihre Empfehlung
  • Unser Anliegen
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz