MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hans Dieter Hahn

Der Mensch im Mittelpunkt seiner Gesellschaft – dafür wollte er da sein

Hans Dieter Hahn

Gartenbauingenieur i. R.
Groß-Döhrener St. 7
06780 Zörbig OT Prussendorf
Fon: 034956 / 20401

Hans Dieter Hahn wurde 1937 in Eisleben Lutherstadt geboren, an einem Donnerstag, nachdem die Mutter noch kurz vor ihrer Niederkunft den traditionellen Pflaumenkuchen zum Eisleber Wiesenmarkt-Fest gebacken hatte. Er war der letzte von drei Jungs. Die Schule besuchte Dieter als Kriegs- und Nachkriegskind. Aber im Denken musste er Zweifelhaftes kennenlernen. Warum dieser Krieg? Ein verschollener liebster Onkel, ein verwundeter Vater, der älteste Bruder, der mit 17 Jahren den Endsieg noch retten wollte, sollte. An was sollte er glauben? In den Argumenten der Älteren erkannte er die Notwendigkeit des Aufbaus einer neuen humanen und friedliebenden Gesellschaft. Dieter wurde erst Junger Pionier, dann FDJ-ler. Als Dieter dann – nach dem Abschluss der 8. Klasse – eine Lehre als Gärtner im Volksgut Eisleben anfing, meinte die Familie „er schlage aus der Art“, weil Vater und die beiden Brüder in Metallberufen auf dem Kupferschacht arbeiteten, er wohl mehr nach dem Großvater Fritz Lüttich kam, der neben seiner Tätigkeit als Roßschlächter „gärtnerte“. Nach dem Abschluss der Lehre 1956 und kurzer Zeit als Gärtnergehilfe im Volksgut Beesen kam er 1957 im Frühjahr zurück zum Lehrbetrieb in die Abteilung Seeburg, wo er als selbstständiger Gehilfe Freilandgemüse für das Lehrlingsheim auf dem Schloss anbaute, dazu die Schlossgärtnerei und den Schlossgemüsegarten in Schwung brachte und in den Herbst- und Wintermonaten für die Lehrlinge als stellvertretender Lehrausbilder verantwortlich war. Hier lernte er seine spätere Frau, Inge Günther ebenfalls aus Eisleben, kennen. Er war 20, sie erst 16 Jahre alt! Doch erging auf Wanderschaft um dazu zu lernen. In einem Privatbetrieb für Alpenveilchen- und Azaleen-Spezialkulturen in Burg, danach ab 01.03.1958 in einem Erholungsheim der NVA am Scharmützelsee als Landschaftsgärtner ging es weiter. An die Fachschule für Gartenbau in Quedlinburg delegiert, schloss er diese 1962 als Gartenbauingenieur ab. Am 21.04.1962 traf er zufällig die Inge von den Lehrlingen in Seeburg. Am 5. Mai war die Verlobung beim Frühlingsfest der Fachschule und am 18. August 1962 die „Raketenhochzeit“. Nach dieser zog das junge Paar wieder nach Seeburg. Dieter war als stellvertretender Brigadier im Obstbau tätig und die geschulte Obstbaumgärtnerin Inge arbeitete auch dort. 1964 wurde ein Angebot am Institut für Obstbau Halle als Versuchstechniker in der Außenstelle Prussendorf angenommen und im Oktober eine Neubauwohnung des Institutes bezogen – gemeinsam mit der im Januar geborenen Tochter Andrea (Ingenieur für Kraftwerksrohrleitungsanlagen). Später wurden noch die Kinder Markus (EU-Renter) und Jens (Bautischler) geboren. Fünf Enkeltöchter und ein Enkelsohn bereichern heute zusätzlich die Familie. Gesellschaftlich hat sich Dieter stets engagiert, war aufgefallen durch seine gradlinige, kritische Haltung in der Gewerkschafts- und Parteigruppe, sowie in der Gemeindevertretung und einer ABI-Gruppe (Arbeiter- und Bauerninspektion). Das führte 1971 zu dem Angebot, die Funktion als Vorsitzender des Kreisvorstandes der Gewerkschaft Land, Nahrungsgüter und Forst des Kreises Bitterfeld zu übernehmen. 19 Jahre lang betreute er in 19 Betrieben und LPG ca. 2000 Beschäftigte sowie 3000 Mitglieder in 11 Ortsgewerkschaften (Rentner und Werktätige aus Privatbetrieben). 1990 gehörte er zu denen, die wendebedingt viele Fragen der Menschen beantworten konnten. Den Gewerkschaftsbereich musste er abwickeln. Kurze Arbeitslosigkeit, die Teilnahme an einem Umweltlehrgang, eine darauf basierende ABM und die Arbeit in einer Recherchegruppe Alteigentum des Landes Sachsen-Anhalt (1993–1995) gingen dem Renteneintritt voraus. Der Lebenswunsch von Dieter Hahn war es immer, etwas für die Menschen zu tun. Er hat sich nie verbogen, gradlinig gehandelt nach bestem Wissen und Gewissen – alles für seine Traum von einer besseren Zeit. Er ist stolz auf sein berufliches Leben , sein privates und das in der DDR und freut sich, mit seiner Frau am 18.08.2012 die Goldene Hochzeit gefeiert zu haben.
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