MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Peter Hadel
Die Menschen satt und glücklich machen
Rentner
Marzahner Promenade 39
12679 Berlin
Er ist nicht gerade als Koch zur Welt gekommen, aber sein ganzes Berufsleben galt dem Bestreben, mit seiner Kochkunst den Menschen Freude zu bereiten. Geboren wurde Peter Hadel 1950 in Berlin. Nach einer zehnjährigen Schulbildung 1957/67 lernte er Koch bei der Staatlichen Handelsorganisation der DDR (HO). Eine Betriebsküche des VEB Fahrzeugausrüstung Berlin wurde seine erste Station. Auch in seiner Zeit bei der Nationalen Volksarmee (NVA) wurde er in seinem Beruf eingesetzt. In jener Zeit bewarb er sich bei der Deutschen Seerederei in Rostock als Koch auf einem Handelsschiff. Nur kurze Zeit nachdem er zu seinem vorigen Betrieb zurückgekehrt war, konnte er 1973 wechseln und bei der ersten Reise als Stuart, bei den weiteren als Koch für vier Jahre auf den Wellen vor allem von Nord- und Ostsee mitschippern. Nach der Abmusterung bestimmten unterschiedlichste Stationen und damit verschiedenste Erfahrungen mit kulinarischen Bedürfnissen seinen Weg. Er war Küchenleiter der Volkspolizei in Berlin-Friedrichshain, kochte im „Haus des Lehrers“, im Opern-Café, an der Grillbar im Restaurant „Prag“ in der Leipziger Straße. Beim Sport- und Erholungszentrum in Friedrichshain begann er in dessen Aufbauphase, blieb bis 1986. Dann wechselte er von der HO zur Konsumgenossenschaft und arbeitete für die modernste Club-Gaststätte in Kaulsdorf-Nord. In mehreren Sommern betätigte er sich auch in Kinderferienlagern als Garant für die Versorgung hungriger Mägen. Hier kochte er wie bei Muttern und auch mal einen richtigen Eintopf. Mit der friedlichen Öffnung der Grenzen und den Löchern in der Berliner Mauer ergaben sich neue Möglichkeiten, die er anfangs gelegentlich, dann gezielt nutzte, um beruflich auch im einstigen Westteil der Stadt in der gastronomischen Szene Fuß zu fassen. Das hieß auch, für fast zehn Jahre nur bayrische Küche zu produzieren, weil er ein „Paulaner“ wurde, eine Marke an deren Souvenirs er noch heute hängt. Während in der Berliner Spielbank am Potsdamer Platz Kugeln rollten und Karten verteilt wurden, sorgte er um die Jahrtausendwende, dass den Spielern zwar die Geldbeutel, aber nicht die Mägen leer wurden.
Aber er besorgte auch Lebensmittel für die Obdachlosen und kochte für sie.
Stärker als die kurzzeitigen Ehebeziehungen waren die Eltern (für ihn Vati und Mutti) Bezugspunkte seines Lebens. Da Vati vor wenigen Jahren verstarb, ist es ihm heute, inzwischen selbst Rentner, umso wichtiger, für seine Mutti da sein zu können.