MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Heinz Hallmann

Ein erlebnisreiches Leben

Heinz Hallmann

Carl-Robert-Str. 37 06114 Halle Fon: 0345 / 5220122

Heinz Hallmann hat den Krieg erlebt, Vertreibung aus dem heutigen Polen erfahren und sagt: „ Heute kommt es darauf an, dass die Leute, die verschieden denken, miteinander sprechen“. Das bringt seine Erfahrungen zum Ausdruck, die der Krieg, die Nachkriegszeit, die Besuche als Vertriebener in der Heimat, in ihm bewirkt haben. Er hatte es nicht leicht im Leben und wünscht sich für weitere Generationen Versöhnung und friedvolles Miteinander. Selbst 1928 geboren, begann er nach der Schule eine Landwirtschaftslehre, wurde zum Volkssturm, Arbeitsdienst und Soldaten eingezogen und war der erste Soldat, der nach Beendigung des Krieges drei Tage später wieder in den Heimatort zurückkehrte. Russische und polnische Besatzung erlebte er hier, im Juni 1947 erfolgte letztendlich die Ausweisung von einem Tag auf den anderen. Mit einem Transport ging es nun über verschiedene Orte letztendlich nach Bernburg, sie wurden von hier auf verschiedene Ortschaften aufgeteilt. Zwei Betten im kleinen Zimmer, zwei Stühle, ein Ofen, ein Schrank auf dem Flur war die erste „Wohnungseinrichtung“ mit den Eltern. Heinz Hallmann nahm die Arbeit in einer Gärtnerei auf, wurde von einem Gärtner angesprochen, dass er lernen, lernen, lernen müsse, wolle er sich entwickeln. Und das tat er denn auch, absolvierte die Fachschule für Landwirtschaftliche Buchführung und Rechnungswesen in Halle und war dann Buchhalter in der Zentralbuchhaltung einer MTS (Maschinen- und Technik- Ausleihstation). 1953 wechselte er als Oberbuchhalter in eine Gießerei, vertrat hier den technischen Leiter und den Werkleiter, was eine erhebliche Belastung darstellte und dazu führte, dass er sich neu orientierte und 1955 in einem Privatbetrieb die Arbeit aufnahm. Eine gute Entscheidung, denn der Firmeninhaber behandelte ihn wie einen eigenen Sohn, wollte den Betrieb in seine Hände legen. Nach fast 15 Jahren legte er schriftlich fest, dass er bei seinem Ableben den Betrieb übernehmen solle. Bereits zwei Tage später starb der Chef und Kampf um die Firma begann. So einfach akzeptieren wollte der Staat diese Firmennachfolge nämlich nicht, konnte aber letztlich nicht verhindern, dass Heinz Hallmann die Weiterführung im so genannten „Witwenjahr“ übernahm und als wichtiger Zulieferer für die Volkswirtschaft endgültig ab 1970 die Nachfolge des Eigners antreten konnte. Bis 1994 arbeitete er, dann hat die Treuhand das Pachtgelände, auf dem der Betrieb ansässig war, verkauft, was das Aus bedeutete. Die Altreifenverwertung und Manschettenherstellung wurde eingestellt. Der ehemalige Zulieferer für die volkseigene Gummiindustrie und Exportauftragnehmer war der Treuhand sozusagen zum Opfer gefallen. Heinz Hallmann arbeitete noch 9 Jahre in Könnern beim Sohn mit, erlitt – indessen 75-jährig – einen Herzinfarkt und musste sich somit zwangsweise in den Ruhestand begeben. 1955 hat er seine Frau Waltraud geheiratet, sein Leben mit ihr in gegenseitiger Liebe und Achtung verbracht. Ihre Söhne (heute einer Architekt und der andere hat einen Reifenservices-Betrieb) haben für vier Enkel gesorgt, mit denen Heinz Hallmann gerne seine Freizeit verbringt, wenn er nicht gerade in seinem kleinen Garten ist.
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