MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Brigitta Haaré

Durch die Wende aus der beruflichen in die hauptamtlich politische Tätigkeit gekommen

Brigitta Haaré

Dipl.-Ing. für Baustoffingenieurwesen
Entspannung im Park an der Ilm (Römisches Haus)
Dorfstr. 62
99510 Ilmtal-Weinstraße OT Kromsdorf
Fon: 0343 / 7737234

1941 in Königsberg (Ostpreußen) geboren, lernte Brigitta Haaré ihre Heimat nie richtig kennen, denn 1944 musste die Mutter mit ihr und ihrem Bruder von dort fliehen. 1945 in Wörlitz angekommen war die Mutter physisch und psychisch völlig am Ende und musste nun auch noch den Verlust des Ehemannes (fiel im April 1945) verkraften. Eine schwere Zeit brach an. Das Mädchen Brigitta besuchte trotzdem die Schule bis zum Abschluss mit dem Abitur und setzte sich dabei gegenüber der Mutter, die eine schnelle Arbeitsaufnahme favorisierte, durch. Sie war zielgerichtet, zielorientiert und hatte klare Vorstellungen von der eigenen Zukunft. Bei einer Klassenfahrt nach Weimar hatte sie sich entschlossen in dieser kulturhistorischen Stadt einmal studieren zu wollen. Sie sann über entsprechende Möglichkeiten nach, bewarb sich und studierte an Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar Baustoffingenieurwesen. Nach fünf Jahren mit dem Abschluss Diplomingenieur für Baustoffingenieurwesen (gibt es heute nicht mehr als Beruf) in der Tasche, wurde der VEB Geologische Forschungen und Erkundung in Halle zur ersten Arbeitsstelle (Laborleiter). 1969 wechselte sie die Arbeitsstelle wegen heiratsbedingten Umzugs (nahe Gera). Brigitta Haaré arbeitete nun als Laborleiterin im Wohnungsbaukombinat Gera und nach Umzug der Familie in die Stadt, im VEB Ziegelwerke Caaschwitz in gleicher Funktion. Die Söhne Rainer (geb, 1967) und Gernot (geb. 1971) vervollständigten indessen die Familie und sorgten später für vier Enkel. Die Liebe zu Weimar hatte Brigitta Haaré die ganze Zeit nicht verlassen. Das Bestreben in diese Stadt zurückzukehren verlor sich nie. 1979 realisierte die Familie diesen Wunsch durch Hauskauf in einem benachbarten Dorf. Brigitta Haaré nahm nun die Arbeit im Stadtbauamt Weimar auf, wurde in der Abteilung allgemeine Werterhaltung tätig. Baunantragbearbeitung, Handwerkervermittlung, Planungsaufgaben für Bauvorhaben...waren nun ihr Metier. 1989 kündigte sie aus persönlicher Verärgerung über nichtgenehmigte BRD-Reisen. Im VEB Spezialmontagen Weimar fand sie neue Herausforderung und erhielt sogar plötzlich die Reise-Erlaubnis. Dann kam die politische Wende in der DDR und mit ihr die Veränderungen in den Betrieben und Einrichtungen. Brigitta Haaré verlor ihre Arbeitsstelle. Arbeitslos fing sie an sich politisch in der SPD zu engagieren. Das führte später zu ihrer Anstellung als Mitarbeiterin im Büro der Landtagsabgeordneten – für zwei Legistraturperioden bis 1999, ihrem Renteneintritt. In einer Arbeitsgemeinschaft der SPD-Frauen engagierte sie sich weiter für Frauenpolitik, arbeitete ehrenamtlich im Bundesvorstand und im Parteienübergreifenden Frauenrat. „Heute bin ich noch als Fossil dabei, mache mit wenn ich gebraucht werde, habe das Feld Jüngeren überlassen...“ berichtet sie und davon, dass ein Enkelsohn in ihre politischen Fußstapfen getreten ist und sich in der SPD engagiert (Landesvorsitzender der SPD vom Arbeitskreis für Behinderte). Zufriedenheit mit dem Alltag bezeichnet Brigitta Haaré als Glück. Sie ist stolz darauf ihr Leben selbst so gut gemeistert zu haben und über ihre Kommunikationsstärke. Sie genießt ihr Leben: „Ich bin ausgeglichen, ich sonne mich und lese....“ sagt sie lachend und bleibt weiter auf der Suche nach neuen Reisezielen.
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