MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gerda und Rudolf Haase

Ein Tänzchen für die Liebe

Gerda und Rudolf Haase

Kranführerin i. R.
Triebfahrzeugschlosser i. R.
Häuerweg 8
04567 Kitzscher

Nach vielen Jahrzehnten gemeinsamer Ehe kann das Paar konstatieren: „Wir lieben uns noch immer sehr und unsere Liebe siegt über alles!“ Diese wichtige Basis harmonischen Miteinanders wurde oft auf eine harte Probe gestellt, doch Fleiß, Ehrlichkeit und persönliche Stärke führten stets zum gewünschten Erfolg. Gerda Haase wurde am 13.09.1937 in Kussen/Ostpreußen geboren. Mutter arbeitete im Feldbau und Vater war persönlicher Kutscher des Barons. 1944 noch eingeschult, musste die Familie 1945 unter schwierigsten Bedingungen flüchten. Vorerst in St. Michaelis bei Freiberg lebend, zog die Familie nach Kitzscher, wo der Bruder der Mutter lebte und Vater eine Neubauernstelle übernahm. Bis 1952 setzte sie ihren Schulbesuch fort und arbeitete drei Jahre als Kindermädchen. 18-jährig begab sich Gerda Haase nach Espenhain, ließ sich zur Kranführerin ausbilden und wurde zur Herrin über einen Portalkran. 32 Jahre war sie in Espenhain beschäftigt und fungierte zusätzlich als Lehrausbilderin. Obwohl kein Parteimitglied, avancierte sie im Kollegenkreis zur Vertrauensperson. Ihre Einsatzfreude wurde gewürdigt. Gerda Haase durfte u. a. ihre Ehrung als Aktivistin sowie den Kohleorden in Silber entgegen nehmen. Die bedeutendste Auszeichnung erhielt sie 1975 mit dem Banner der Arbeit. Die adäquate Feierlichkeit fand im Neuen Rathaus in Leipzig statt. Neben wunderschönem Rahmenprogramm fand ein Stehbankett statt, wobei Funktionäre wie Geehrte aus den herrlichsten Köstlichkeiten auswählen konnten, die der Bevölkerung der DDR verborgen blieben. 1990 wurde Gerda Haase nach schwerer Krankheit in Invalidenrente geschrieben. Rudolf Haase wurde am 22.11.1935 in Kitzscher geboren. Mutter war Hausfrau und Vater bewegte als Traktorist auf dem Rittergut Arnim einen 45er Lanz. Nach Schulende 1950 ließ er sich im VEB Espenhain zum Triebfahrzeugschlosser ausbilden, sammelte Berufserfahrungen und wurde für drei Jahre zur Grenzpolizei abgestellt. Im Anschluss war er bis zur Rente über 32 Jahre im E-Lok-Bau beschäftigt, ging mit 56 Jahren in den Vorruhestand und beide Eheleute können konstatieren, dass sie jeden einzelnen Arbeitstag liebten. Kennen gelernt hatte sich das Paar auf dem Fußballplatz. Er war Spieler, sie Zuschauerin. Sie heirateten 1958 und die Söhne Bodo und Frank wurden geboren. Zum ersten großen Schicksalsschlag kam es, als Frank mit 12 Jahren an Leukämie verstarb. Die nächste Bürde bekamen sie auferlegt, als Bodo mit 33 Jahren zum Pflegefall wurde. Bei der unermüdlichen Pflege des Sohnes mutete sich Gerda Haase zu viel zu und setzte ihre eigene Gesundheit aufs Spiel. Können Gerda und Rudolf Haase temporär ihre Sorgen vergessen, stimmen sie ein Liedchen an und wenn im Radio die Capri-Fischer erklingen, wird kurzerhand ein Tänzchen gewagt.
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