MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ursula Götze

Nicht gerastet, kaum gerostet

Ursula Götze

Zwirnerin, Lackiererin, Rentnerin
Untere Hauptstr. 117
09244 Niederlichtenau

Ursula Götzes Leben ist von der Arbeit geprägt. 1935 in Oberlichtenau (zwischen Chemnitz und Frankenberg) geboren, wuchs sie als Ursula Gentsch mit einer jüngeren Schwester auf. Vater arbeitete in der Fabrik, Mutter in der Landwirtschaft. Der Krieg (Fliegeralarm, Bombardierung der nahen Großstadt) machte auch vor ihrer Familie nicht halt, der Vater, der an der Front zu kämpfen hatte, galt lange Zeit als vermisst, ehe er aus der Kriegsgefangenschaft heimkehren konnte. Mit vierzehn Jahren war die Schulzeit 1949 beendet, von da an bestimmte das Arbeitsleben den Rhythmus des Daseins. Im ersten Jahr war sie als Dienstmädchen in einer Bäckerei eingesetzt, ehe sie in der Zwirnerei der Fa. Zorn (ab 1951 VEB Zwirnerei) in Sachsenburg ihre dreijährige Lehre aufnehmen konnte. Die Berufsschule besuchte sie in Frankenberg, zur Prüfung ging es nach Zschopau. Als sie 1953 heiratete und die Tochter 1954 geboren wurde, gab es eine berufliche Pause, dann wurde für siebzehn Jahre der VEB Lisema (Liegen, Sessel und Matratzen) in Frankenberg ihr Arbeitgeber, wo sie in der Polsterei und im Lager Arbeit fand. Später, als sich Ursula Götze um die ersten Enkel zu kümmern hatte, arbeitete sie meist verkürzt, anfangs beim Großhandel für Bekleidung in der Kommissionierung, dann als Reinigungskraft im Kinderheim und in der Küche der örtlichen Schule. Dreizehn Jahre war zudem der Vater zu pflegen, damals half sie in einer privaten Reinigung oft beim Bügeln. Die letzten Jahre bis zum Vorruhestand wurden im Drei-Schicht-Betrieb der Lackiererei des VEB Cirine (Haushaltschemie) bzw. beim VEB Aerosol noch einmal zur Anstrengung, aber hier konnte sie gleichzeitig mit ihrem Mann Helmut tätig sein. Als nach 1990 die Firmen umstrukturiert wurden, drohte Arbeitslosigkeit, aber sie konnten sich günstig in den Ruhestand verabschieden. Helmut Götze, Jahrgang 1932, hatte vor der Zeit in der Chemiefabrik eine Armeelaufbahn absolviert. Er verstarb bereits 1994. Zu beider Familienbilanz zählen die Tochter Karin und Sohn Holger, drei Enkel und sechs Urenkel. Weitgehend rüstig und geistig fit, kümmert sich Ursula Götze heute gern um den Garten, wenn nicht gerade der Familiennachwuchs ihrer Sorge anvertraut ist.
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