MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Jutta und Hellfried Götzel
Zweisamkeit seit jungen Jahren
Rentner
Bergstr. 32
04720 Döbeln OT Stockhausen
Sie kennen sich seit ihrer Schulzeit in Technitz. Ihre Liebe ist nach weit über fünfzig Jahren (Heirat 1956) mehr als Gold wert. Geboren wurden sie beide im heutigen Döbelner Ortsteil Stockhausen, die Grundschule besuchten sie im nahen Technitz, so kannten sie sich lange, bevor sie sich lieben lernten.
Jutta Götzel (Jahrgang 1935) fing nach der 8. Klasse ohne Lehre in der Puppenfabrik Pischwitz zu arbeiten an, wechselte dann zum VEB Silberwaren- und Besteckfabrik Döbeln in den Bereich Versand und Kontrolle. 1954 kam die Tochter zur Welt, 1961 der Sohn, beides forderte berufliche Auszeiten. Ab 1965 ging sie im benachbarten Limmritz zur Arbeit bei einer Elektrofirma, fand dann für lange Jahre bis zum Vorruhestand Aufgaben bei einem Waldheimer Betrieb, der Kabelbäume für die Autoproduktion lieferte.
Hellfried Götzel (Jahrgang 1937) erwarb eine Ausbildung zum Chemiefacharbeiter beim VEB Rosodont in Waldheim, bekannt durch die Kosmetikprodukte der Marke „Florena“. Als er als Fachverkäufer eingesetzt wurde, noch dazu im beträchtlich entfernten Glauchau, entschied er sich für einen Betriebswechsel, arbeitete ein Jahr in der Technitzer Papierfabrik, ging dann vier Jahre zur Wasserwirtschaft Mulde, stellte ab 1960 in der Gießerei der Döbelner Beschläge- und Metallwarenfabrik Autozubehörteile her, bis 1990 das Betriebsgeschehen endete und Hellfried Götzel zu jenen gehörte, die das Werk, in dem sie einst engagiert gearbeitet hatten, abzureißen beauftragt waren. 1993 ging er in den Vorruhestand.
Beiden Eheleuten haben seitdem gesundheitliche Probleme auch schwere Stunden beschwert, mal wurden die Augen müde oder das Herz, streikten Stoffwechsel oder Gelenke. Ihre Gemeinsamkeit und familiäre wie nachbarschaftliche Hilfe trugen sie über belastende Momente. In ihrer Jugend hatten sie beide mit dem Akkordeon ihrer Liebe zur Musik Ausdruck gegeben, beim Hören von Musik findet sie am besten Ausgleich zu den Belastungen des Alltags. Er hatte immer Freude am Basteln, möchte auf seine kleine Werkstatt nicht verzichten. Tochter Margitta, Physiotherapeutin, sorgte für das eine Enkelkind, drei weitere leben bei Sohn Frank, gelerntem Zimmerer, leider weit weg im Mecklenburgischen.