MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hans-Volker Götze

Wenn auf eine Druckerei zweimal Druck gemacht wird

Hans-Volker Götze

Drucker / Eigentümer des Betriebes „Druckerei & Verlag Götze“
Eupener Straße 14

13125 Berlin

Fon: 030 / 9415287

Eigentlich wollte Hans-Volker Götze, 1945 im vogtländischen Oelsnitz geboren, Autoelektriker werden. Aber diesen Plan verwarf er schnell. Vater Werner war nämlich Buchdrucker. Ihm sah Hans-Volker oft beim Bedrucken von Papier und Binden von Seiten über die Schulter. Mit 12 setzte er einen eigenen Stundenplan. Nach Abschluss der Schule wollte er beim Vater in die Lehre gehen. Doch der Staat hatte etwas dagegen. „Zu Vaters Geburtstag, am 19.02.1956, teilte man ihm mit, dass keine Buchdruckerei mehr in der Umgebung gebraucht würde und dass er seinen Betrieb schließen müsse. Wieder legten uns die Herrschenden Steine in den Weg. Denn mein Vater, der die Buchdruckeri 1935 von seinem Vater, Max Götze – dem Gründer der Firma 1990 – übernahm, musste nach dem Krieg auf Geheiß der Russen (Direktive 24 über die russische Besatzungszone) den Betrieb zwangsverpachten“, erzählt Hans-Volker Götze. Ab 1962 lernte er in Markneukirchen doch noch Buchdrucker, wollte danach Polygrafie studieren. Zunächst müsse er sich jedoch zur DDR bekennen und in die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) eintreten. Doch er weigerte sich. Stattdessen volontierte er in einer großen Zwickauer Druckerei und ließ sich zum Illustrations-Farbendrucker ausbilden. 1967 sollte Hans-Volker Götze zur Armee. „Weil ich aber überzeugter Christ bin, lehnte ich den Dienst an der Waffe ab. Schließlich kam ich zu den Bausoldaten, die mit Schaufel und Spaten ‚kämpften’. Nach der Grundausbildung wurde ich in den Berliner Raum versetzt, wo ich einen Feldflugplatz mitbaute. In dieser Zeit lernte ich Christiane kennen, eine Kindergärtnerin, die ich später heiratete“, lächelt Hans-Volker Götze. Ab 1969 arbeitete er in einer kleinen Berliner Offset- und Buchdruckerei, die ein volkseigener Betrieb (VEB) wurde und zum SED-Grafikverband ZENTRAG gehörte. 1978 suchte Hans-Volker Götze sein Glück in der Hausdruckerei der Deutschen Staatsoper. Fünf Jahre später band er in der Charité, Abteilung Zentralbibliothek, lose Blätter von internationalen Fachzeitschriften in Kunstleder und beschriftete dieselben mit Hilfe der Folien-Prägetechnik. 1992, mit 47 Jahren, machte er sich selbstständig, bekam mit Ach und Krach noch Kredite von der Bank. Sein Unternehmen setzte sich bei der Konkurrenz durch. Über mangelnde Aufträge konnten sich Hans-Volker Götze und seine Frau, die im Betrieb mitarbeitet, nicht beklagen. In der freien Zeit handwerkelt der Drucker mit Holz, Metall, Elektrogeräten. Klavier spielen möchte er noch können – seine Frau spielt dasselbe schon. Einen Nachfolger sucht er noch, der vielseitig ist und vor allem seinen Beruf auch als Hobby ausübt.
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