MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Silke Götz

Struwwelpeter hat keine Chance

Silke Götz

Der Friseur
Schulstraße 3
04603 Nobitz
Fon: 03447/ 375282

Silke Götz liebt ihren Beruf, ihre Akkuratesse und Hingabe duldet keine Nachlässigkeit. Zufriedene Kunden sind ihr Kapital. Geboren wurde sie 1972 in Altenburg, im nahen Dörfchen Klausa (heute zur Gemeinde Nobitz gehörend) wuchs sie auf, besuchte die Schule bis zum Abschluss der 10. Klasse. Die Tante besaß einen Friseursalon, hier arbeitete Silke Götz schon gelegentlich in den Ferien, hier absolvierte sie ihre ersten Praktika. Mutter und Tante beschlossen, dass die Ausbildung zur Friseuse das Richtige für sie sein würde, ihr war das recht. Die Berufswahl erwies sich als beständig, die Atmosphäre bei der Tante, die gegenüber der Nichte doppelt streng war, veranlasste sie, erst einmal eigene Wege zu gehen. Sie zog zum Freund, bald kamen die ersten beiden Kinder (1991 und 1992), dann hieß es, das Haus der verstorbenen Oma zu übernehmen. Arbeit fand sie wieder im Salon von Frau Kastel in Nobitz. Zuverlässig und von den Kunden akzeptiert, entstand in langen Jahren der Plan, den Friseurladen einmal zu übernehmen. Dazu bedurfte es des Meisterbriefes. Trotz der vier Kinder (und zweimal geschieden) nahm Silke Götz die Lehrgänge in Angriff. Zweimal die Woche abends, manchmal auch samstags fuhr sie nach Gera. Die Theorieprüfung lief super, die praktische Prüfung wurde ungnädig aufgenommen. Frau Götz gab nicht auf. Von einem privaten Ausbilder in Wernesgrün (und wieder viel Fahrerei) lernte sie eine Menge, bei der Wiederholung der Prüfung war es keine Schwierigkeit mehr, den Anforderungen gerecht zu werden. Inzwischen hatte sie die Firma übernommen (Frau Kastel fungierte bis zum bestandenen Meister noch als Geschäftsführerin). Seit November 2009 ist Friseurmeisterin Götz ihre eigene Chefin. Eine Mitarbeiterin unterstützt sie, die alte Chefin (70) ist stundenweise noch für einige Stammkunden da. Die Menschen von Nobitz schätzen die Stetigkeit, haben ihr Vertrauen inzwischen auf Silke Götz übertragen. Diese will ihrerseits dem Beruf und dem Ort treu bleiben, plant bis zur noch ziemlich weit entfernten Rente. Die Tochter (15) wird im nächsten Jahr ihre Lehre beginnen. Für die Haarpracht der Bewohner ist wohl schon die nächste Generation in Sicht. Viel Zeit für Hobbys bleibt nicht, die Arbeit ist alles. Etwas Fitness am Hometrainer, manchmal Tischtennis, Fahrradfahren am Wochenende, auch im sportlichen Anspruch bleibt Silke Götz bescheiden.
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