MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ralf-Erik Haase

Für ein gutes Hören

Ralf-Erik Haase

Hörgerätezentrum Haase & Partner Gördenallee 53 14772 Brandenburg    

Als Ralf-Erik Haase 1961 geboren wurde, hätte sich niemand vorstellen können, dass er dreißig Jahre später in einem vereinten Deutschland leben und kurze Zeit darauf einer eigenen Firma vorstehen würde. Für ihn lief vorerst alles, wie damals üblich: Die Schulzeit (Abitur), die Armee-Pflicht und daran anschließend ein Studium, das er als Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik abschloss. Und wie viele andere in seinem damaligen Heimatort Rathenow, begann sein Berufsweg im VEB Optische Werke. Ehefrau Steffi, im gleichen Jahr geboren, hatte nicht gleich die Chance das Abitur abzulegen, weil ihre Delegierung zu Gunsten eines künftigen Berufsoffiziers nicht vorgenommen wurde. So entscheid sie sich zur Berufsausbildung mit Abitur, schloss als Geologie-Facharbeiter die Ausbildung ab, um unmittelbar danach ein Studium in dieser Fachrichtung zu beginnen. Schnell merkte sie, die falsche Berufswahl getroffen zu haben, orientierte sich neu. Nun ebenfalls im VEB Optische Werke arbeitend, erhielt sie die Möglichkeit zum Abendstudium Feinwerktechnik und konnte ihr erlangtes Wissen im mineralogischen Labor bei der Entwicklung von Geräten für die mineralogische Probenpräparation einsetzen. Durch die gemeinsame Zeit im gleichen Betrieb lernten die junge Steffi und Ralf-Erik Haase sich kennen, heirateten 1989. Mit der Wende gab es auch Veränderungen im VEB und den Arbeitsbereichen an sich, so dass die beide Haases den Wunsch auf Veränderung hegten und 1991 den ersten Weiterbildungskurs zum Hörakustiker besuchten. Die Übergangsregelungen ließen es zu, dass man bei Nachweis der erworbenen Kenntnisse in dem Beruf arbeiten konnte, allerdings in einer festgesetzten Zeit seinen Meisterabschluss machen musste. Diese Möglichkeit nutzte Ralf-Erik Haase. 1997 legte er die Meisterprüfung ab. Ehefrau Steffi, deren Arbeitsbereich einer der ersten war, die geschlossen wurden, stand der neuen Herausforderung positiv gegenüber und so wurde 1992 durch die Familie das erste Geschäft für Hörgeräte eröffnet. Was sich heute, nach 20 Jahren Erfolg, leicht anhört, war damals ein Sprung in das kalte Wasser, denn außer ihrer Idee, ihre Ausbildung und ihr Engagement hatten sie nichts. Materielle Mittel fehlten, geforderte Kreditsicherheiten waren nicht vorhanden. Es gelang trotzdem und heute arbeiten außer den Eheleuten noch fünf weitere Angestellte im Unternehmen. Von den zwei ausgebildeten Lehrlingen, ist indessen einer im Betrieb tätig, hat seinen Handwerksmeister abgeschlossen – eine positive Bilanz. Dass die Firma einmal in zweiter Generation weitergeführt wird, ist besonders erfreuend. Sohn Thomas (geb. 1983) ist bereits Hörgeräte-Akustik-Meister und schon jetzt im elterlichen Betrieb aktiv. Sohn Christoph (geb. 1990) ist in Berlin in der Ausbildung zum Hörgeräteakustiker. Über ihre zweite, 1996 in Genthin eröffnete Filiale, kamen die Haases mit einem Verein in Berührung, der Kontakte zu einer Spezialschule für hörgeschädigte Kinder in Retschitza (Weißrussland) unterhält. Seither engagieren sie sich hier, sammeln Spenden, gewähren Hilfe vor Ort und freuen sich über die Entwicklung dort. Viel freie Zeit bleibt bei all diesen Aufgaben und Vorhaben nicht. Und doch singt Steffi Haase seit 17 Jahren im Chor und sieht man Ralf-Erik seine sportlichen Aktivitäten an der Figur an.
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