MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hermann und Heidrun Günther

„Was ich gebaut habe, steht alles noch.“ (Hermann Günther)

Hermann und Heidrun Günther

Beton-, Kunststein- und Terrazzohersteller,
Steinmetz, Meister für Hochbau
Krippenerzieherin, Steuerfachangestellte
Stöbniger Str. 3 a
09306 Rochlitz OT Stöbing

Als Heidrun Flachs, Tochter eines Bauarbeiters und seiner in der Landwirtschaft und einer Gärtnerei tätigen Ehefrau 1949 geboren, erlebte das Mädchen eine behütete Kindheit. Von der Mutter mit aufs Feld genommen („ich schlief in einer Rübenzeile während sie arbeitete“) und der Großmutter nebenan betreut, wuchs sie mit ihren Geschwistern auf dem Land glücklich auf. Zehn Jahren Schulbesuch folgte eine Ausbildung zur Krippenerzieherin in Mittweida, wo sie auch im Anschluss bis zur Geburt des Sohnes Tino 1969 (Zerspaner, verstorben 2014) arbeitete. Seit gleichem Jahr mit Hermann Günther verheiratet, wollte sie die berufliche Tätigkeit den familiären Veränderungen anpassen. Sie wechselte deshalb wegen der möglichen Normalschicht-Arbeit in die Buchhaltung des VEB Wälzlagerkäfigwerk Mittweida. Familie Günther erwarb 1971 in Topfseifersdorf ein Einfamilienhaus, baute um und aus und realisierte 1974 den Traum vom eigenen Hausbau mit der Übernahme eines begonnenen Rohbaus in Colditz und Fertigstellung nach eignen Wünschen. „Ich bin durch und durch Baumann,“ erklärt Hermann Günther seinen mehrfachen Privathaus-Erwerb und die Freude an den damit verbundenen Herausforderungen. Nach dem Umzug begann Heidrun Günther ihre Arbeit in einem Kindergarten. Ein Jahr später arbeitete sie in der Kinderkrippe des Porzellanwerkes Colditz. Ehemann Hermann (geb. 1945 als Sohn einer Landwirt-Familie mit fünf Kindern), der viele Jahre auf Montage für den VEB Elbenaturstein Dresden unterwegs und an historischen Gebäuden in Dresden und Berlin (Brigadier Baustelle Berliner Dom) mitgearbeitet hatte, war indessen dem Angebot seiner Firma gefolgt und in der neu gegründeten Baubrigade der Steinbrüche auf dem Rochlitzer Berg tätig geworden. „An mindestens jedem zweiten Haus in Rochlitz habe ich mitgebaut, einige Häuser gekauft und ersteigert, ausgebaut, selbst bewohnt oder auch wieder veräußert,“ berichtet er von der Begeisterung für seinen Beruf und den damit verbundenen Leistungen. Nach der Schule lernte er den Beruf Beton-, Kunststein- und Terrazzohersteller in einem kleinen Privatbetrieb, wurde zwei Jahre später auf dem Bau und dann im VEB Elbenaturstein Dresden tätig (Beginn als Montagehelfer; in den Wintermonaten Weiterbildung zum Steinmetz). Er blieb dem Betrieb treu, bis er 1987 in die Selbstständigkeit ging. Der Abschluss Volkseigener Meister ermöglichte das. Der Ausbildung zum Handwerksmeister unterwarf er sich nach der politischen Wende in der DDR zusätzlich noch freiwillig. Bereits 1985 hatten die Günthers erneut ein Haus umgebaut und waren nach Rochlitz gezogen. Ehefrau Heidrun arbeitete 1985–1992 in der Kinderkrippe, dann fiel ihre Arbeitsstelle dem Strukturwandel (wegen geringerer Kinderzahl; geburtenschwache Jahrgänge) zum Opfer. Mit einer Freundin zusammen stellte sie sich einer Umschulung zur Steuerfachgehilfin, war folgend bis zum Renteneintritt 2012 in einer Steuerkanzlei tätig. Hermann Günther war da bereits im (Un)ruhestand (Firmenabwicklung 2010). Die Hände in den Schoß legen, ist jedoch gar nichts für ihn. „Früher bin ich abends noch pfuschen gegangen, heute suche ich mir ständig Beschäftigung. Rumsitzen ist für mich das Schlimmste,“ erzählt er lachend. Er wurde Mitglied im Oldtimer Club Rochlitz. Mehrere Motorräder und Autos wurden angeschafft. Die Restaurierung ist sein neuer Zeitvertreib. Das Ehepaar Günther wünscht sich ein gesundes und vor allem ein friedliches Weiterleben und Heidrun Günther insbesondere, noch viele Urlaubsreisen genießen zu können.
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