MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Waltraud Gängler

Freunde sind sehr wichtig im Leben

Waltraud Gängler

Industriekaufmann
Thomas-Mann-Str. 34
01591 Riesa

Beruflich ist sie in Vaters Fußstapfen getreten. Wie er auch, arbeitete Waltraud Gängler, geborene Mehnert, aus Riesa in Sachsen mehr als 30 Jahre bei der Bahn. Geboren 1933 in Wülknitz, spricht sie von einer schönen Kindheit. War der Dorfteich zugefroren, liefen die Kinder Schlittschuhe. Der große Bruder, 15 Jahre älter als Waltraud, musste in den Krieg ziehen und kam fünf Jahre nach Kriegsende wieder nach Hause. Die Mutter hatte damals sehr gebangt, erinnert sich Waltraud, die noch einen jüngeren Bruder (Jahrgang 1935) hat. Von 1940-1948 ging sie zur Schule, wollte gerne Schneiderin werden, doch es gab keine solche Lehrstelle. Als die Mutter schwer krank wurde, übernahm Waltraud die Aufgaben im Haushalt, der angrenzenden Gaststätte und des Kurzwarengeschäftes. Sie hatte ein gutes Elternhaus und eine gute Ehe, erklärt Waltraud stolz. Ihren Mann Gerhard (Berufskraftfahrer, 2015 gestorben) heiratete sie 1954 und bekam zwei Töchter. Marlis, geboren 1957, pflegt ihren Mann aufopferungsvoll zu Hause, seit er einen schweren Arbeitsunfall erlitt. Die jüngere Tochter Rica betreibt einen Partyservice in Riesa, der einen guten Ruf genießt. Waltraud ist stolz auf ihre große Familie, zu der inzwischen vier Enkel und fünf Urenkel gehören. Als ihr Ehemann Gerhard, mit dem sie 2014 noch das Fest der diamantenen Hochzeit gefeiert hat, von 1960–1962 in der Lungenheilstätte Radebeul betreut werden musste, hat sie ihn regelmäßig besucht und viele Opfer gebracht. Von 1951–1954 arbeitete Waltraud als Kanzlisten in der Oberschule Gröditz. Hierbei übernahm sie allgemeine Sekretariatsaufgaben, wie das Ausschreiben von Bezugsscheinen für die Schüler oder die täglichen Verwaltungsarbeiten der Schule. Seit dem Jahr 1960 arbeitete sie im Oberbauwerk Wülknitz, welcher bis zu 200 Beschäftigte zählte. Zu Beginn ihrer Tätigkeit übernahm sie tägliche Verwaltungsarbeiten im Betrieb. Sie blieb dort bis zum Renteneintritt im Jahr 1993. Während der letzten Beschäftigungsjahre übernahm Waltraud das Exportgeschäft. Dabei wurden ausgediente Eisenbahnholzschwellen u. a. nach Holland, zur Gestaltung der dortigen Landschaft, verkauft. Waltraud Gängler hat mit ihrer Familie, als die Kinder kleiner waren, viele Campingurlaube unternommen. Und es gab einen schönen Garten – 50 Jahre lang. Große Urlaubsreisen haben sie nicht interessiert. Bis heute pflegt die gesellige und aufgeschlossene Seniorin mit der jungen Stimme Kontakte zu früheren Gartenfreunden und Arbeitskollegen. Seit anderthalb Jahren geht sie regelmäßig in die Tagespflege. Waltraud Gängler, die früher stets am Organisieren für den DFD und die Volkssolidarität war, bezeichnet sich als Optimistin. Sie will noch lange ein Leben in Gesundheit führen und allein gut zurechtkommen. „Ich habe eine tolle Familie, die mir sehr gut tut,“, meint sie glücklich mit einem fröhlichen Lachen. Befragt nach einem Vorbild in ihrem langen Leben, sagt die 85-Jährige: „Mein Mann, er war immer sehr liebevoll und ein exakter Mensch.“
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