MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Annerose Göttlich

Zwischen Arbeit und Familie

Annerose Göttlich

Textilfacharbeiterin
Seestr. 38
08523 Plauen
Fon: 03741/ 134870

Jedes Problem löst sich von allein, glaubt Annerose Göttlich, manchmal braucht es halt Geduld, oft war auch die Tatkraft der liebevoll engagierten Frau hilfreich. Als Annerose Peipp wurde sie 1948 in Plauen geboren. Ihrer vogtländischen Kreisstadt ist sie treu geblieben. Aus bescheidenen Verhältnissen stammend, die Mutter arbeitete als Reinigungskraft, der Vater blieb unbekannt, wurde die Zeit von 1953 bis 1960, da sie in Kinderheimen aufwuchs, prägend. Die diesbezüglichen Stationen Mylau, Kobitzschwalde und Jocketa blieben als durchaus schöne Jahre im Gedächtnis. Anfangs fiel ihr das Lernen in der Schule schwer, die erste Klasse besuchte sie doppelt, 1962 schloss sie mit der 8. Klasse ab. Im VEB Plauener Baumwollspinnerei absolvierte sie eine dreijährige Ausbildung zur Textilfacharbeiterin. Als Spinnerin arbeitete sie in drei Schichten (mit Auszeiten bei den Geburten der drei Kinder), wurde oft als Springerin eingesetzt, hatte durch die langjährige Tätigkeit die Erfahrung, um als „Mädchen für alles“ zum guten Geist ihrer Abteilung zu werden. Fast dreißig Jahre in der Baumwollspinnerei endeten, als sich der Betrieb 1990 nach dem Aus für die DDR-Produktionsverhältnisse nun unter marktwirtschaftlichen Bedingungen als unrentabel erwies. Wie so viele wurde auch Annerose Göttlich freigesetzt, fand anfangs als Verkäuferin im Schuhladen der Fa. Kreuzer neue Aufgaben, wurde von der Plauen-Menü GmbH gebraucht, um vor allem in Schulen das Essen auszugeben, und arbeitete als Reinigungskraft für die Gebäudereinigung & Hausmeisterservice Wolfgang Brust GmbH. Ab 1997 stand sie ein Jahr ihrer pflegebedürftigen Mutter zur Seite, erlebte auch relativ kurze Zeiten der Arbeitslosigkeit und ging mit 60 Jahren in Rente. Aus der Ehe mit ihrem Mann, der bereits 1979 verstarb, stammen Sohn Mike (1967) und die Töchter Ramona (1969) und Andrea (1973). Vier Enkelkinder erfreuen Annerose Göttlich. Nach dem Tod ihres Mannes fand sie den neuen Lebensgefährten Manfred, seit 1980 an ihrer Seite. Inzwischen ist auch er in betagten Jahren, so ist sie wiederum als Pflegekraft gefragt, dankt mit ihrem Einsatz für einstiges Glück. Als praktisch veranlagte Frau sind Stricken, Hand- und Bastelarbeiten, Tapezieren und Möbelmontage Dinge, die ihr noch immer gut von der Hand gehen. Mit dem Hund Jack wird täglich spazieren gegangen, auch zwei Katzen gehören zum Haushalt. Ein Gläschen Cognac mit Schwiegersohn Steffen gilt als fest vereinbart, wenn Frau Annerose einst ihren 100. Geburtstag feiern wird.
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