MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Waltraud Götte

Beim Weltfrauentag in Peking dabei

Waltraud Götte

Teetzlebener Str. 12 b
17087 Altentreptow

Fon: 03961 / 229515

„Ein bisschen muss man schon noch tun, wenn man vernünftig und in Würde alt werden will.“ Das sagt Waltraud Götte aus Altentreptow im Neubrandenburger Raum. Sie engagiert sich ehrenamtlich seit Jahrzehnten im Demokratischen Frauenbund (dfb) e. V., war bei der 4. Weltfrauenkonferenz (der Vereinten Nationen) in Peking dabei. Sie ist Kreisvorsitzende des Vereins in ihrem Wohnort und arbeitet auch noch im Gartenverein aktiv mit. Seit sie in Altentreptow zu Hause ist, bewirtschaftet Waltraud Götte einen Garten. Das Fleckchen Naherholung , das die Familie 1963 übernahm, befindet sich ganz in der Nähe ihrer Wohnung, erzählt die gebürtige Thüringerin. Am 20. Dezember 1937 in Stadtroda bei Jena zu Welt gekommen, wuchs sie als das zweitälteste Kind einer Köchin und eines Fleischers zusammen mit ihren Geschwistern Edelgard, den Zwillingen Heidemarie und Sieglinde sowie Erika und Ernst auf. Nach ihrer Zeit im Kindergarten besuchte Waltraud Götte die Schule in Stadtroda. Nach der achten Klasse lernte sie von 1951 bis 1953 in Schöngleina bei Jena in der Landwirtschaft. Ursprünglich wollte die heutige Rentnerin Kinderkrankenschwester werden, doch sie sammelte auf einem Volkseigenen Gut (VEG) Erfahrungen in Küche, Kuh- und Schafstall sowie auch im Büro. Während ihr zukünftiger Mann Heinz in Potsdam Landwirtschaft studierte, arbeitete sie auf einer Hühnerfarm bei Camburg an der Saale. Nach zwei Jahren folgte sie ihrem Heinz, dem späteren Diplomlandwirt und suchte sich Arbeit, bei der sich diesmal alles um die Einkellerung von Kartoffeln drehte. Das Paar heiratete am 13. April 1957 in Stadtroda und bekam drei Kinder – Ute, Wolfgang und Michael. Als Waltraud Göttes Mutter früh starb, kehrte sie, selbst junge Mutter einer Tochter, nach Stadtroda zurück, um Geschwister zu versorgen. „Ich arbeitete von 6 bis 14 Uhr im Krankenhaus in der Küche“, erinnert sie sich. „Danach nahm ich mir Zeit für Schwestern und Bruder, die von der Schule nach Hause kamen“, blickt sie zurück. Verantwortung zu übernehmen und für andere Menschen da zu sein, eine Feier vorzubereiten und Freude zu schenken, so hält es Waltraud Götte bis heute. Wenn auch Ehemann Heinz bereits 1983 gestorben ist, weiß die Witwe eine große Familie um sich. Sechs Enkel gehören inzwischen dazu und sie wohnen in der Gegend. Waltraud Götte ist stolz, dass Kinder und Enkel beruflich ihren Weg gehen. Ihr größter Wunsch ist, dass alle gesund bleiben, glücklich und zufrieden im Berufsleben sind. „Sich nicht unterkriegen lassen und niemals aufgeben“, erklärt sie ihr Lebensmotto. Ihre Zeit in Mecklenburg sei immer interessant gewesen, auch die Jahre in Pasewalk und Neustrelitz, wohin ihr Mann dienstlich versetzt wurde. „Ich lebe gern hier, ich hatte immer was zu tun“, zieht sie ihr persönliches Resümee. Von 1972 bis zur Wende war Waltraud Götte als Mitglied der SED Vorsitzende des DFD. Für die PDS, heute Linkspartei, saß sie von 1990–1994 im Kreistag, Danach wurde sie in die Stadtvertretung gewählt und blieb bis 2011. „Ich habe nichts bereut“, hebt die willensstarke Frau mit dem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hervor. Geht es um Aktionen für die Gleichberechtigung der Frau, beteiligt sie sich gern. Einen Traum hat sie sich erfüllt – nach China zu reisen.
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