MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Erika Göllnitz

Das Glück der Kinder

Erika Göllnitz

Industriekauffrau
Deutzner Str. 44
04552 Borna
Fon: 03433 / 204706

Ihre große Freude bestand darin, andere Menschen glücklicher zu machen. Für Erika Göllnitz waren es besonders die Kinder, ihre eigenen vier, aber auch die zu betreuenden im Hort und Kindergarten, die ihr am Herzen lagen. Geboren 1941 im niederschlesischen Rauske (Kreis Schweidnitz) wuchs sie in einer kinderreichen Familie auf. Gegen Ende 1945 mussten sie die nun polnischen Gebiete verlassen, kamen im sächsischen Frohburg an. Doch die familiären Verhältnissen und die Schwierigkeiten der Zeit waren ungünstige Startbedingungen. Zwei Jahre verbrachte sie im Kinderheim in Bad Lausick, ehe sie 1949 von einer Pflegefamilie in Lobstädt aufgenommen wurde, wo sie endlich stabile Gemeinschaft erleben durfte. 1957 schloss sie nach der 8. Klasse die Schule ab, begann eine zweieinhalbjährige Lehre als Industriekaufmann in der Brikettfabrik „Dora und Helene“ im nahen Großzössen. Bis zur Heirat 1964 fand sie im Büro des Materiallagers interessante Aufgaben. Als die Kinder geboren wurden, Tochter Sylvia 1965, die Zwillinge Jürgen und Uwe 1966, Christian 1969, blieb sie zu Hause. Ihr Mann Rudolf war Mitinhaber der BEUMA Bornaer Eisengießerei und Maschinenfabrik, wo Erika Göllnitz von 1967–1969 als Buchhalterin tätig war. Er musste jedoch bei der Verstaatlichungswelle 1972 erleben, dass auch das von ihm und seinem Vater betriebene Unternehmen einfach in Volkseigentum überführt wurde. Ein Teil der Maschinen wurde vom Metallbau Mölbis übernommen, in dem er fortan wirken sollte. Erika Göllnitz widmete vorerst sich den Kindern, arbeitete dann 1972–1974 auf dem Gelände der BEUMA als Reinigungskraft für den Handelstransport Leipzig und 1975 – nach dem Umzug – in der Dinger-Oberschule Borna erst vertretungsweise bis Ende des Jahres als Hortnerin, anschließend bis 1978 als Raumpflegerin. Als Hortnerin weiter beschäftigt zu werden war nicht möglich, da sie sich nicht in der Lage sah, neben Arbeit und Familie einen entsprechenden Abschluss auf der Abendschule zu erwerben. Sie pausierte erneut, stellte die Familie wieder in den Mittelpunkt ihres Lebens. 1986 begann sie eine Tätigkeit im Kindergarten „Neues Leben“. Ihre Vielseitigkeit kam ihr beim Einsatz in Raumpflege und Küche zugute, besondere Freude hatte sie an den Näharbeiten, die dazu beitrugen, das Ambiente zu verschönern. 1994 wurde ihr gekündigt, weil sie die nun restriktiveren Arbeitsbedingungen nicht akzeptieren wollte. Neue Arbeit fand sich nun nicht mehr, seit 2001 ist sie Rentnerin. Im Jahr 2003 verstarb ihr Mann Rudolf. Heute widmet sie sich den Enkeln und den drei Gartengrundstücken, die ihr anvertraut sind.
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