MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Horst und Irene Günther

„Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann“

Horst und Irene Günther

Gärtner(in), Rentner(in)
Höfgener Str. 7
01683 Nossen OT Ziegenhain

Wie viele Verse aus den Liedern von Paul Gerhardt stehen auch diese Worte über dem von festem christlichem Glauben geprägten Leben von Irene und Horst Günther. Bei der christlichen Landjugend haben sich beider Wege gekreuzt, die Fahrt zum Jugendtreffen in Thüringen, bei dem sie auf seinem Motorrad Mitfahrgelegenheit erhielt, wurde zum Beginn einer nun schon über fünfzigjährigen „vergoldeten“ Bindung. Horst Günther wurde 1940 in Boritz an der Elbe geboren. Hier betrieben die Eltern einen Landgasthof und etwas Landwirtschaft. Als die sowjetischen Truppen 1945 die Gegend besetzten, musste die Familie das Anwesen verlassen, durfte erst nach vierzehn Tagen zurück, die getöteten Tiere, das verwüstete Grundstück erinnert der damals noch sehr junge Horst bis heute. Eigentlich wollte er wie sein im Ort ansässiger Großvater Huf- und Wagenschmied werden, doch es galt im elterlichen Betrieb mitzuarbeiten, dazu besuchte er die landwirtschaftliche Berufsschule in Zschaiten. Als eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) gegründet wurde, verdingte er sich zusätzlich als Traktorist. Horst Günther gehörte zum ersten Jahrgang, als 1962 die Wehrpflicht eingeführt wurde. Zurück im Zivilleben heiratete er 1964 Frau Irene, wechselte nach Ziegenhain. Von da an arbeitete er in der privaten Gärtnerei der Schwiegereltern mit – auch nach dem Tod der Schwiegermutter und Übernahme durch eine Erbengemeinschaft. Gemeinsam mit dem Sohn, Irenes Bruder, und dessen Ehefrau erfolgte nun die weitere Bewirtschaftung. Horst Günther erlernte in der Abendschule den Beruf eines Gärtners um den Herausforderungen gewachsen zu sein. Als Irene Lau wurde seine spätere Frau 1935 schon in dem Haus geboren, wo beide heute ihre Heimstatt haben. Ihren Traumberuf Floristin konnte sie nicht erlernen, da sie in der elterlichen Gärtnerei gebraucht wurde. Selbst im Rentenalter half sie noch mit, bis die Gärtnerei in den 2000er Jahren aufgegeben werden musste. Schnittgrün (Asparagis sprengeri), Gemüse, zeitweise auch Tabakpflanzen und Heilpflanzen (Digitalis) bestimmten im jahreszeitlichen Ablauf das Geschehen im Gartenbaubetrieb. „Blumen, ein Segen von Gott, der sie schuf, Blumen zu pflegen, der schönste Beruf“ hieß es in der Familie oder mit Paul Gerhardt „Schau an der schönen Gärten Zier“. Das Ehepaar Günther pflegt bis heute den eigenen Garten für den Selbstverbrauch. Ein Sohn Karsten und zwei Enkel sind ihnen geschenkt. Ein großes Glück, denn alle, auch Schwiegertochter und Schwiegerenkel unterstützen sie sehr. Vierzig Jahre sang Irene Günther im örtlichen Kirchenchor die Lieder Paul Gerhardts und viele andere schöne Melodien. Beide wirkten auch jeweils für mehrere Jahre im Kirchenvorstand von Ziegenhain.
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