MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Anne-Marie Göckeritz

Der Reichtum des Menschen

Anne-Marie Göckeritz

Oberlehrerin i. R.
08141 Reinsdorf

„Bei manchen Völkern wird der Reichtum eines Menschen daran bemessen, wie viele Lieder er im Herzen trägt.“ Der Autor dieser weisen Worte ist unbekannt, doch bekannt sind die zahllosen Lieder, welche Anne-Marie Göckeritz nicht nur im Herzen, sondern auch auf der Zunge trägt. Singen ist für sie nicht nur Zeitvertreib, es ist ein elementares Grundbedürfnis und dieses alles überstrahlende Hobby beschert unermessliche Lebensqualität. Schon als Kind gehörte sie dem Kirchenchor an, war bis zu dessen Auflösung Mitglied des Volkschores Friedrichsgrün und nutzte in letzter Instanz den Frauenchor Kirschberg, um ihre Stimme erschallen zu lassen. Geboren wurde Anne-Marie Göckeritz am 22.02.1929 als Tochter einer Näherin sowie eines Spinners in Wilkau. Acht Jahre lang besuchte sie die Schule und begann eine Ausbildung an der Lehrerinnenbildungsanstalt in Zwickau. Dieses fünfjährige Studium musste sie nach nur zwei Jahren beenden. Kriegsbedingt wurde die Bildungseinrichtung geschlossen. Die Folgezeit überbrückte sie als Näherin, bis ihr eine Freundin den Tipp gab, dass Pädagogen scharenweise gebraucht würden. So begann sie 1949 als Neulehrerin, absolvierte nebenberuflich ein Fernstudium zur Grundschullehrerin und erreichte das Ziel, das sie einst angestrebt hatte. Anne-Marie Göckeritz lehrte an der Schule in Friedrichsgrün und hätte die Möglichkeit gehabt sich weiterzubilden, um in höheren Klassen zu unterrichten. Für sie kam dies nicht in Frage. Sie liebte die „Kleinen“, lehrte aus Passion, sorgte für ein harmonisches schulisches Umfeld und durfte bis 1989 über Jahrzehnte die Liebe der Kinder als Dank entgegen nehmen. Privat wurde ihr Leben von der Familie bestimmt. 1949 heiratete sie ihren Gotthard. Tätig als leitender Bergbauingenieur, genoss er hohes Ansehen. 1969 starb er im Alter von nur 40 Jahren, doch nach vielen Dekaden wird die Pädagogin noch heute auf ihren beliebten Mann angesprochen. Tochter Ursula trat als Lehrerin in Mutters Fußstapfen. Solveig ist Diplom-Staats- und Rechtswissenschaftlerin. Die Namensgebung ihrer zweiten Tochter ist unmittelbar verknüpft mit Musik. Inspirieren ließ sich Anne-Marie Göckeritz von „Solveigs Lied“ – ein Stück, das nicht nur den töchterlichen Vornamen prägte, sondern hochemotional von Liebe und Treue berichtet. Gern verbringt Anne-Marie Göckeritz Zeit mit ihren Enkelinnen, widmet sich Handarbeiten, liest und trifft sich mit Freunden. Noch immer gilt sie als sichere Autofahrerin und natürlich trägt sie im Herzen zahllose Lieder.
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