MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Lothar Göpfert

Er nutzte seine Chance

Lothar Göpfert

Oberst a. D.
Maschinenschlosser / Ingenieur für Maschinenbau
08132 Mülsen

Man mag es kaum glauben: Lothar Göpfert erblickte bereits 1932 im sächsischen Mülsen, Ortsteil Thurm, das Licht der Welt. Die Mutter verdiente als Weberin etwas Geld, der Vater war Arbeiter in einer Papierfabrik. Von 1938 bis 1946 besuchte Sohn Lothar die Volksschule. „Wegen des Krieges fiel der Unterricht oft aus. Nur die Fächer Deutsch und Rechnen wurden fast regelmäßig gelehrt“, erinnert sich Lothar Göpfert. Obwohl er kaum etwas vom Krieg mitbekam, so musste er doch einen schweren Schicksalsschlag verkraften: Der Vater starb im Krieg. Aber das Leben ging weiter. Lothar Göpfert erlernte im Elektromotorenwerk in Thurm seinen Wunschberuf, nämlich Maschinenschlosser. Aber er wollte mehr. Von 1949 bis 1952 studierte er an der Ingenieurschule in Zwickau Maschinenbau. Ein halbes Jahr danach war er im dortigen Automobilwerk Horch als Ingenieur beschäftigt. Das Jahr 1953 sollte sein Leben entscheidend verändern. „In der Zeit wurden junge Männer gesucht, die bei der Kasernierten Volkspolizei als Techniker ihren Dienst verrichteten. Ich meldete mich freiwillig. In Erfurt absolvierte ich zunächst einen Sonderlehrgang, wurde Panzertechniker und gab später als Lehrer Unterricht an einer Panzerschule. Mitte 1954 wurde ich zur Hauptverwaltung Ausbildung nach Strausberg bei Berlin versetzt“, erzählt Lothar Göpfert. Im späteren Ministerium für Nationale Verteidigung der DDR beschäftigte er sich mit der Instandsetzung, Forschung und Entwicklung der Panzertechnik, war zuletzt stellvertretender Chef auf diesem Gebiet. Obwohl er keine militärakademische Ausbildung besuchte, wurde er zum Oberst der Nationalen Volksarmee befördert. Mit der Auflösung der NVA 1990 ging der Offizier in den Vorruhestand. „Nach dem Ausscheiden aus der Armee wollte ich ohnehin wieder in meine Heimat nach Sachsen zurück. 37 Jahre lang versah ich meinen Dienst bei den bewaffneten Organen. Ich würde den gleichen Weg wieder gehen“, meint Lothar Göpfert. Die DDR aktiv mitgestaltet zu haben, darauf ist er stolz. Seit 1954 ist er mit Lore verheiratet. Das Paar hat einen Sohn, zwei Töchter und fünf Enkel. Die jüngere Tochter starb bei der Geburt des zweiten Kindes, das auch nicht überlebte. Lothar Göpfert kümmert sich jetzt um Haus und Garten, ist in einem Heimatverein, im Verein für Rassekaninchenzucht und aktives Mitglied in der Partei Die Linke. Dass die Menschen in Frieden leben können, ist sein größter Wunsch.
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