MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gottfried und Erika Gräfe
Vier Jahre Mexiko sind Teil ihres gemeinsamen Lebens
Auch wenn das Leben seine Spuren mit Narben hinterlassen hat und Gottfried Gräfe mit Ehefrau Erika, geborene Hainich, so manchen schweren Schicksalsschlag zu erdulden hatte, ist das Paar noch immer eng zusammen. „Wir haben alles richtig gemacht!“ So heißt es seitens der Eheleute, die seit 1968 verheiratet sind und zwei Töchter (geboren 1968 und 1976) bekommen haben. Vier Enkelkinder gehören noch zur Familie. Die Gräfes sind hier im Wohnort Langenleuba-Oberhain, einem Ortsteil von Penig, zur Welt gekommen. Erika ist Jahrgang 1947 und die Tochter einer Hausfrau und eines Buchhalters. Zwei Brüder wurden mit im Haushalt groß. Erika drückte von 1954–1964 die Schulbank und machte anschließend eine dreijährige Ausbildung in Stollberg im Erzgebirge zur Krankenschwester. Sie arbeitete später vier Jahre im Berliner Volkspolizei-Krankenhaus und folgte ihrem Mann, der im Außenhandel beschäftigt war, für weitere vier Jahre nach Mexiko-City. Erika konnte als Angestellte in der Allgemeinen Verwaltung arbeiten. 1976 kehrte sie in die DDR zurück und brachte wunschgemäß in der Heimat ihre zweite Tochter zur Welt. Als die Dienststelle der Gemeindeschwester im Wohnort frei wurde, trat sie diese an und blieb als Beschäftigte der Kreispoliklinik bis zur Wende in ihrem Ausbildungsberuf. Nach dieser Zeit arbeitete Erika Gräfe im Büro ihres Mannes, denn er hatte sich damals mit einer Handelsvertretung selbstständig gemacht. Mittlerweile hat die älteste Tochter den Staffelstab übernommen. Gottfried Gräfe selbst erblickte 1941 als Einzelkind einer Näherin und eines Fabrikarbeiters das Licht der Welt. Er ging bis 1958 zur Schule und lernte nach dem Abschluss der 10. Klasse Papiermacher in der Fabrik in Penig. Nach zweieinhalb Jahren Lehre ging er zur Armee und studierte danach an der Fachhochschule Berlin Ökonomie/Außenhandel. Als Diplomökonom wusste er, dass früher oder später Auslandseinsätze auf ihn, der die spanische Sprache erlernt hatte, und seine Familie zukommen würden. Vier Jahre Mexiko wurden von 1972–1976 Teil des Lebens der Familie Gräfe. Zurückgekehrt aus Lateinamerika, wurde es beruflich für ihn keinesfalls langweilig und nicht immer ganz einfach. Gottfried Gräfe übernahm noch mehr Verantwortung und war Bereichsleiter im Einkauf und Verkauf (Materialwirtschaft) für mehrere Papierfabriken. Nach der Wende baute er seine eigene Handelsvertretung auf. Betriebe im Westen Deutschlands, in Italien, Slowenien und Holland gehörten zu seinem Großhandels-Leistungsspektrum.