MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gisela und Hermann Grünler
Die Arbeit früh als eine Normalität kennengelernt
Staatlich geprüfte Landwirtin; Erzieherin
Staatlich geprüfte Landwirt; Maurer
Stöbinger Str. 18
09306 Zeltlitz OT Ceesewitz
Hermann und Gisela Grünler sind seit dem 14. Oktober 1961 verheiratet und schätzen vor allem Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Im Jahr 1962 kommt der Sohn Wolfgang zur Welt, er wird 2009, mit 47 Jahren tot aufgefunden, Hermann und Gisela Grünler nehmen trotz ihres Alters die verwaiste Enkeltochter zu sich und lassen es ihr in den folgenden Jahren an nichts fehlen, vor allem nicht an Liebe und Zuwendung. Der zweite Sohn Jörg hat zwei Kinder.
Gisela Grünler kommt am 8. März 1940 zur Welt, so feiert sie später ihren Geburtstag und den Frauentag zusammen. Sie ist die jüngste von sechs Kindern und zieht später selbst die Kinder ihrer Schwester groß. Während der Schulzeit hütet sie nach dem Unterricht Kühe und bekommt dafür die begehrten Fettschnitten. „Jeder in unserer Familie hat zum Unterhalt beigetragen“, erinnert sich Gisela Grünler. Einmal stibitzt sie mit Freunden bei einem Bauern Äpfel. Der Bauer erwischt sie, legt sie übers Knie und haut ihr so den Hintern voll, dass sie ihm vor Angst auf das Bein pinkelt. Ihre Freunde haben sich inzwischen rechtzeitig davongemacht.
Nach der Schule will Gisela Grünler in der Landwirtschaft arbeiten, doch dies scheitert an einem Lungenleiden, sie muss ein Jahr in einer Tbc-Heilstätte verbringen. Nach einer Umschulung arbeitet sie ab 1970 in ihrem Traumberuf, sie ist Erzieherin in einem Schulhort, wo sie mit den Kindern sehr viel unterwegs ist und diesen sehr viele schöne Erlebnisse und Erinnerungen verschafft.
Der Mann Hermann Grünler wird am 1. März 1939 in Gösdorf im Kreis Altenburg geboren. Er wächst mit zwei Schwestern und zwei Brüdern auf, die Schule lernt er zunächst mit vier Klassen in einem Raum kennen und schafft es 1957 trotzdem bis zum Abitur. Während der Schulzeit arbeitet er auf dem Feld mit und trägt so zum Unterhalt der Familie bei. Anschließend besucht er die Fachschule in Rochlitz, die er 1960 als staatlich geprüfter Landwirt abschließt. Anschließend tut er als Polizist Dienst im Haftarbeitslager Altenburg, wo er täglich die Häftlinge zur Arbeit in die Braunkohle führt. Später wechselt Hermann Grünler zur Verkehrspolizei, verlässt diese später und tritt 1984 aus der SED aus. Die nächste Station ist ein Baubetrieb, der Bauten für die LPG´n errichtet, wo er den Facharbeiterbrief als Maurer erwirbt. Nach der Wende arbeitet er in dessen Sandgrube und lernt den Investor aus dem Westen als einen Menschen kennen, dem es wirklich um den Wiederaufbau geht. Im 2001 geht er in die Rente.
Hermann und Gisela Grünler blicken mit Stolz auf ein arbeitsreiches Leben zurück und freuen sich darüber, dass der Enkel ihr langjähriges Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr weiterführt.