MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Heinz und Roswitha Gurschke
In Schlesien geboren, in Sachsen zur Familie geworden
Schlosser
Handelskaufmann Landwirtschaft
Niedergräfenhain 4 b
04643 Geithain
Das schlesische Bargen, wo sie 1943 als Roswitha Schniske zur Welt kam, hat sie nur kurz erlebt. Die Flucht vor der nahenden Front mit ihrer Mutter (der Vater starb als sie zehn Jahre alt war) führte ins Mittelsächsische. Im kleinen Örtchen Roda bei Geithain fanden sie Aufnahme bei einem Bauern. Die Schule besuchte die junge Roswitha die ersten Jahre am Ort, dann im Nachbardorf Greifenhain. Nach dem Abschluss der 8. Klasse ging es zur Lehre als Handelskaufmann für drei Jahre zur Bäuerlichen Handelsgenossenschaft (BHG) in die Stadt Borna. Bei der BHG blieb sie, bis die drei Söhne (Matthias 1963, Wilfried 1964, Michael 1967) geboren wurden. Dann widmete sie sich der Kindererziehung und übernahm Aushilfstätigkeiten. 1970 begann sie, anfangs in Teilzeit, in der Baumschule Niedergräfenhain, damals in privater Hand, dann volkseigenes Gut, später reprivatisiert. Hier wirkte sie in der Verwaltung über dreißig Jahre, ehe sie im Jahr 2002 in Rente ging. 1962 hatte sie Heinz Gurschke geheiratet, der aus der gleichen schlesischen Gegend stammt, 1938 in Radungen geboren wurde. Dort betrieben seine Eltern eine kleine Bauernwirtschaft und eine Windmühle, allerdings gilt der Vater seit dem Krieg als vermisst. Mit der Mutter und der Schwester musste 1945 die Heimat verlassen werden, in Niedergräfenhain, wo er heute noch lebt, konnten sie neu beginnen. Die Anfangsjahre sahen ihn auf der Schule im Dorf, die 8. Klasse schloss er in Geithain ab. Früh war er an handwerklichen Dingen interessiert, bastelte mit vierzehn Jahren Fahrräder zusammen, die er in jenen kargen Jahren sogar verkaufen konnte. So lag eine technische Ausbildung nahe. Im Tagebau Großzössen wollte er die vielseitige Tätigkeit eines Bergmanns erlernen, doch als es untertage ging, verlor er die Lust am Beruf und wechselte deshalb in die Ausbildung als Schlosser. Nach der Lehre ging es auf Montage u a. zur „Schwarzen Pumpe“ in Senftenberg und zum Rohrleitungsbau Finow. 1959 wurde er wieder im Heimatort sesshaft und begann seine langjährige Tätigkeit bei der Fa. Hellwig in Geithain, die heute als HELLWIG Förder- und Transporttechnik GmbH firmiert. Sohn Wilfried trat in seine Fußstapfen, ist dort als Fertigungsleiter tätig, wo der Vater früher als Produktionsleiter eingesetzt war. Sieben Enkel und drei Urenkel haben inzwischen die Familie Gurschke bereichern können. Über fünfzig Jahre gehörte Heinz Gurschke der Freiwilligen Feuerwehr an. Roswitha Gurschke wurde das Singen im Chor zur langjährigen Bereicherung bis heute.