MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Elfriede Guemar

Selbstbewusstsein – gepaart mit Gelassenheit

Elfriede Guemar

Pensionärin
Weinbergstr. 26
04838 Eilenburg
Fon: 03423 / 658925

Ihr Leben wartete regelmäßig mit großen, nicht immer angenehmen Überraschungen auf und schien oft wild und unbezähmbar, was ihr viel Kraft abverlangte.. Doch Elfriede Guemar, geboren am 14.10.1940 in Berlin-Neukölln, kämpfte, versuchte unentwegt, ihrer Existenz einen festen Unterbau zu verleihen und war sich für keine Arbeit zu schade. Nach diversen kriegsbedingten Bedrängnissen und erlittener Bitternis landete sie in letzter Station in Düben, wo sie die Schule absolvieren konnte. Sie begann im Gartenbau und arbeitete anschließend als Stationshilfe im Krankenhaus. Der Wechsel an die Dübener Wäscherei ermöglichte es ihr, den Abschluss als Facharbeiter für Textilreinigung zu erlangen. Nach Schließung der Wäscherei setzte sie ihre berufliche Entwicklung bei der Bahn fort, widmete sich einem zweiten Facharbeiterabschluss als Eisenbahnerin und nutzte das Angebot, im Zugdienst tätig zu werden. Ihre erste Ehe schloss Elfriede Guemar 1959 mit ihrem Mann Günter. Nach 17 Jahren wurde die Ehe geschieden, doch auch danach verstanden sich die Beiden noch einigermaßen gut. Nicht zuletzt profitierten ihre Kinder Mathias, Michael, Martin-André, Jörg-Dieter, Gert, Jana und Antje von dieser angenehmen Konstellation. Natürlich bescherten ihr sieben Kinder eine riesige Enkelschar und derzeit neun Urenkelkinder. Mit ihrem zweiten Mann Mohammed sowie mit ihren Töchtern reiste Elfriede Guemar 1983 in dessen Heimat Algerien aus und sah sich nicht nur im Hinblick auf die Hygiene schwierigsten Verhältnissen gegenüber. So konnte und wollte sie nicht leben und nach nur sechs Monaten beendete sie dieses Gastspiel. Vermittelt nach Westberlin, wurde es erneut zur wichtigsten Aufgabe, Geld zu verdienen. Sie verdingte sich als Küchenhilfe, fand weitere Aufgaben beim Technischen Überwachungsverein, unterzog sich Qualifizierungsmaßnahmen und nahm 1978/79 inklusive der Zulassung für gefährliche Güter eine Ausbildung zur Berufskraftfahrerin auf. Elfriede Guemar arbeitete im Wareneingang der Fa. Stumpf, dem späteren Pharmahandel Phönix, begab sich nach wechselvoller beruflicher Karriere 2001 in den Ruhestand und lebt seither in Eilenburg. Besonders ihre Tochter Jana, deren Haus sie mit bewohnt, kümmert sich sehr um ihre Mama. Gänzlich von Problemen befreit ist sie auch heute noch nicht, doch kann sie den Alltag beim Sticken, Stricken und Rätseln ruhiger angehen lassen. Sie ist stolz darauf, ihr strapaziöses Leben gut gemeistert zu haben und dies ist einer speziellen Fähigkeit zu verdanken – ihrer Gelassenheit. Marie von Ebner-Eschenbach beschrieb diese einst so: „Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins.“ Und an Selbstbewusstsein hat es Elfriede Guemar niemals gemangelt.
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