MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Christine Gräbner
Nicht lamentieren, sondern stets nach vorn schauen
Lehrerin
08459 Neukirchen
Christine Gräbner wird am 19. Mai 1937 im Haus der Großeltern in Neukirchen geboren. Der Vater arbeitet in einem Flugzeugwerk bei Leipzig, die Familie zieht in die Messestadt, wo die Tochter auch zur Schule geht. Während des Krieges wird sie wieder zu den Großeltern geschickt. Der Vater fällt 1941 im Krieg, die Mutter lernt einen neuen Mann kennen, heiratet und zieht nach Crimmitschau. Christine Gräbner beendet die Schule mit der achten Klasse. Die Großeltern betreiben ein Frisörgeschäft, so dass die Enkelin schon früh davon träumt, einmal anderen Menschen die Haare zu pflegen und zu verschönern. Sie absolviert eine Lehre beim Frisör Körner, doch dann machen Hautallergien einen Strich durch ihre Lebensplanung.
Christine Gräbner lässt sich nicht entmutigen, sie überlegt, wo sie noch mit Menschen arbeiten kann und entscheidet sich für eine Ausbildung zur Erzieherin mit Lehrbefähigung. Nach dem Studium arbeitet sie im Hort der Pestalozzi-Schule in Werdau. Sie wohnt immer noch im Haus ihrer Großeltern. Sie lernt den Elektromonteur Rolf kennen, den sie im Jahr 1959 heiratet. Dieser studiert, steigt beruflich auf und leitet später mehrere kleine Betriebe. Außerdem baut er mit viel Geschick und Geschmack das Haus der Großeltern aus. Der Sohn Jens kommt 1964 zur Welt. Im Jahr 1983 geht der Ehemann plötzlich aus dem Leben. Gleichzeitig nimmt Christine Gräbner das jüngste Kind ihrer Schwester zu sich, die ebenfalls aus dem Leben scheidet. Doch der Schwager heiratet wieder, nach zwei Jahren geht das Kind zum leiblichen Vater zurück, was Christine Gräbner sehr weh tut. Der Sohn Jens tritt in die Fußstapfen seines Vaters und erlernt den Beruf eines Elektromonteurs. Heute ist er der stellvertretende Chef einer Firma in Zwickau, die große Vorhaben projektiert. Zur Familie gehören zwei Enkel und zwei Urenkel.
Die Pädagogin ist bis zum 55. Lebensjahr in ihrem Beruf an der Landschule Ernst-Schneller in Neukirchen tätig. 1992 geht sie in den Vorruhestand. Sie ist bis heute stolz auf ihren Beruf und empfindet gerade die Arbeit als Mathematiklehrerin als dankbaren Job. „Die frechsten Jungs sind die besten Mathematiker“, schwärmt sie. Bis heute gibt sie Nachhilfeunterricht für die Kinder von guten Bekannten. Allerdings hat sich heute die Art des Unterrichtens sehr geändert.
Christine Gräbner hat früher sehr viel und intensiv Sport getrieben. Sie ist Fahrrad gefahren, gewandert, geschwommen oder hat sich bei der Gymnastik fit gehalten. Heute hat sie ihr Pensum altersbedingt auf die Rückengymnastik reduziert. Sie pflegt bis heute ein sehr gutes Verhältnis zu den ehemaligen Kollegen, man trifft sich regelmäßig und feiert. Christine Gräbner ist eine große Naturfreundin und liebt vor allem Blumen. Sie lebt sehr gern in ihrer Heimatregion und möchte noch viele schöne Jahre bei guter Gesundheit an der Seite ihres Lebensgefährten verleben.