MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gerhard Gröger
Ein Herz für den Bergbau
06114 Halle / Saale
Fon: 0345 / 2831066
Am 01.11.1939 wurde Gerhard Gröger in Wikletitz (Sudetenland) geboren. Sein Vater kam am Ende des Krieges ums Leben. Der Rest der Familie musste 1946 aus der Heimat fliehen und wurde in der Region Klostermannsfeld sesshaft. Die Grundschule besuchte Gerhard Gröger in Benndorf, die Zentralschule bis Klasse acht in Helbra. Da er seine Mutter mit den jüngeren Geschwistern finanziell unterstützen wollte, verzichtete er auf die Oberschule und nahm das lukrative Angebot eines Werbers für eine Ausbildung im Bergbau an. Nach dreijähriger Lehre im Ernst-Thälmann-Schacht trug er die Berufsbezeichnung „Junghauer“. Danach arbeitete er für ein Jahr unter Tage und wurde anschließend von 1958–1960 zum Wehrdienst nach Berlin berufen. Da er bei Dynamo Berlin im Mittelstreckenbereich leistungssportlich aktiv und erfolgreich war, wurde Gerhard Gröger oft zu Wettkämpfen delegiert und musste im Vorfeld seines Studiums nicht die üblichen drei Jahre dienen. Später zog es ihn wieder in den Bergbau zurück. Er durchlief in einem Jahr alle Bereiche dieses Berufsstandes, studierte nach bestandener Aufnahmeprüfung von 1962–1965 an der Ingenieurschule Eisleben und schloss als Ingenieur für Bergbautechnologie ab. Im Anschluss arbeitete Gerhard Gröger im Sangerhäuser Revier als Steiger und Aufsichtsperson im Bernhard-Köhn-Schacht. Außerdem widmete er sich dem Forschungsprojekt „Zug- und Drucksicherheit des Ausbaues im Strebbergbau“ und entdeckte seine Begeisterung für die Bergbausicherheit. Ab 1966 war er für die Arbeitsschutzinspektion Bergbau und Energie in Halle tätig, absolvierte in Jena Lobeda eine sechsmonatige Ausbildung und schloss diese als Arbeitsschutzinspektor ab. Nach drei weiteren Berufsjahren studierte er an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, schloss 1969 als Arbeitsschutzingenieur ab und arbeitete von 1971–1990 als Inspektionsleiter für die Bereiche Bergbau – Energie im Bezirk Halle. Für seine Tätigkeit zur Erhöhung der Bergbausicherheit und des technischen Arbeitsschutzes wurde er 1984 zum Oberingenieur berufen. Von 1991 bis zu seiner Pensionierung 2001 war Gerhard Gröger als stellvertretender Amtsleiter des Gewerbeaufsichtsamtes Halle tätig. Seine Mitwirkung in Amts- und Länderübergreifenden Arbeitsausschüssen als Leiter des Arbeitskreises „Sprengstoffrecht“ trug zur schnellen Umsetzung der Rechtsvorschriften im Land bei. Für sein Privatleben stellte er 1978 die Weichen und heiratete seine Frau Ingrid. Mit Olaf und Matthias wurden dem Paar zwei Söhne geboren, von denen letzterer bereits an einer Krebserkrankung verstarb. Zwei Enkel und ein Urenkel komplettieren heute die Familie. Die Reflektion auf seine Lebensleistung erfüllt Gerhard Gröger mit Stolz. Bis heute pflegt er viele Traditionen, die eng mit dem Bergbau verwurzelt sind. In seiner Freizeit engagiert er sich im Schützenverein und ist dem Sport treu geblieben. „Disziplin und Kameradschaft haben in meinem Leben eine große Rolle gespielt“, sagt er und wünscht sich, noch weitere Jahre in Harmonie und bei guter Gesundheit an der Seite seiner Frau verbringen zu können, die ihm in allen Höhen und Tiefen eine wichtige Stütze war.