MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Peter Gündel
Sachse kommt durch die Welt
Monteur
04680 Colditz OT Schönbach
Im sächsisch-ländlichen Raum, in der Gemeinde Schönbach 1944 geboren, konnte Peter Gündel trotz Nachkriegszeit natur- und vor allem tiernah recht unbeschwert aufwachsen. Hier ging er auch 1950/58 auf die örtliche Grundschule, die er nach Abschluss der 8. Klasse verließ, um 1958/61 im nahen Kössern eine dreijährige Lehre zum Elektriker erfolgreich zu absolvieren. 1961 engagierte der VEB Starkstromanlagenbau im damaligen Karl-Marx-Stadt den frischen Gesellen als Monteur, schickte ihn auf Reisen, ermöglichte ihm jedoch auch, den Mittelschulabschluss nachzuholen und 1970 den Meisterlehrgang zu bestehen. Sein Traum, als Monteur im Ausland eingesetzt zu werden, sollte sich bald erfüllen. Seit 1967 verheiratet, galt er dem damals misstrauischen Staat als zuverlässig. So kamen zu Einsatzorten beim Aufbau von Betrieben wie Mittweida in Sachsen oder Schwedt an der Oder exotische Ziele wie die Mongolische Volksrepublik. In deren Hauptstadt Ulan-Bator wirkte er zweieinhalb Jahre beim Aufbau einer Teppichfabrik, konnte ein Jahr auch Frau Brunhild und Töchterchen Kathrin mitnehmen. Andere sozialistische Länder wie die UdSSR oder Bulgarien sahen ihn auf Montage, spätere Einsatzgebiete fanden sich in Nordafrika, in Ägypten, Tunesien. 1989 fiel die Mauer, die Grenzen zu überschreiten wurde nicht mehr zur Besonderheit. Aus dem VEB Starkstromanlagenbau wurde der profitable Bereich Teil der Fa. Siemens. Peter Gündel wurde übernommen, hatte viel Neues zu lernen, war aber bald wieder auf Achse, nunmehr zwischen Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, im italienischen Parma und manchmal auch in der sächsischen Heimat. Die Bauprojekte der aus der Milchverarbeitung bekannten Ehrmann AG brauchen ihn als Projektverantwortlichen nun seit Jahren in der Molkerei Hainichen-Freiberg in Freiburg.
Der Vater zweier Kinder (Tochter und Sohn) erholt sich beim Fahrradfahren und engagiert sich vor allem im heimischen Umkreis auch gern ehrenamtlich, so als Leiter der Revisionskommission des örtlichen Antennenvereins. Mit seinen ehemaligen Kollegen aus dem Montagebereich pflegt er weiteren Kontakt, zu dem regelmäßige Treffen gehören.