MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Günter Grüner

Familienbetrieb wieder belebt und Weiterführung gesichert

Günter Grüner

Fleischermeister / Ing.- Pädagoge
Rudolstädter Str.17
07422 Bad Blankenburg
Fon: 036741 / 72000
Fax: 036741 / 72001
Internet: www.fleischerei-gruener.de
E-Mail: info@fleischerei-gruener.de

Günter Grüner eröffnete am 06.12.1990 in Bad Blankenburg die Fleischerei seines Vaters wieder und setzte damit eine Familientradition fort. Dieser war Fleischermeister, hatte hier 1956 eine bereits geschlossene Fleischerei gekauft und 27 Jahre geführt. Dann gab er altershalber den Betrieb auf. Eine Übergabe an den Sohn war damals nicht möglich, da Günter Grüner bereits Jahre vorher die Stadt mit seiner Familie verlassen hatte. Der 1952 in Meuselwitz (Thür.) Geborene besuchte in Bad Blankenburg die Schule, musste diese aber bereits nach der 8.Klasse verlassen. Sein Vater brauchte einen Lehrling. Während der dreijährigen Lehrzeit holte Günter Grüner an der Abendschule jedoch die 10.Klasse nach. Anschließend arbeitete er bis 1976 als Geselle im väterlichen Betrieb. In dieser Zeit absolvierte er auch seine Ausbildung zum Fleischermeister. Die beengte Wohnsituation (8m² für zwei Erwachsene und ein Kind) sowie keine Aussicht auf baldige Veränderung führten zum Umzug nach Eberswalde. Dort wurde damals eine der modernsten Fleischfabriken in Europa in Betrieb genommen. Die Familie bekam sofort eine Wohnung und er im neuen Werk Arbeit als Meister Fettschmelze und Nebenbereiche. Einige Zeit später kam es jedoch zu einer Konfrontation mit dem Parteisekretär, da Günter Grüner „Arbeit wichtiger war, als Versammlungen“. Dies hatte zur Folge, dass er als Meister abgelöst wurde und am Zerlegeband arbeiten musste. Doch schon ein paar Monate später bat man ihn, als Lehrmeister in der Berufsausbildung des Betriebes tätig zu werden. Im Fernstudium absolvierte er hierfür bis 1983 an der Ing.- Schule für Lebensmittelindustrie Dippoldiswalde eine ingenieurpädagogische Ausbildung. Bereits zwei Jahre vorher war er zum Vorsitzenden der Prüfungskommission der Berufsschule des Fleischkombinates Eberswalde berufen worden. Mit der Wende wurde die Berufsausbildung „heruntergefahren“ und er in die EDV- Abteilung umgesetzt. Dort kündigte Günter Grüner jedoch im Juni 1990. Sein Ziel hieß nun Selbständigkeit und Rückkehr nach Bad Blankenburg, um dort die Fleischerei seines Vaters wieder zu beleben. Nach Totalsanierung der Geschäfts- und Produktionsräume, einschließlich Kompletterneuerung des gesamten Maschinenparks, erfolgte Ende 1990 die Wiedereröffnung. Besonders dankbar ist Günter Grüner der Fa. Schwan aus Heilbronn (Vertrieb von Fleischereiartikeln). „Das war wirklich Aufbau Ost“, sagt er anerkennend. Bereits einige Jahre später waren die alten Geschäftsräume jedoch nicht mehr ausreichend und auf einer ehemaligen Industriebrache an der B 88 wurden neue großzügige Produktions- und Verkaufsmöglichkeiten geschaffen. Bei der Eröffnung am 11.09.1998 konnte noch niemand ahnen, welche traurige Bedeutung dieses Datum einige Jahre später noch erlangen sollte. Neben der Produktion und dem Verkauf werden Catering, Imbiss sowie Essen auf Rädern für Privat und Firmen angeboten. Günter Grüner ist auch in Fachgremien sehr aktiv, so seit 2009 als Obermeister der Fleischerinnung Saalfeld / Pößneck / Rudolstadt und seit 2012 als Landesinnungsmeister des Fleischerhandwerks Thüringen. Bereits seit 2001 ist er Mitglied im Berufsbildungsausschuss. Seine überzeugende fachliche Arbeit wurde inzwischen vielfach anerkannt, z. B. mit der Ehrennadel der Handwerkskammer Thüringen in Silber (2012) sowie als Vorbildlicher Ausbildungsbetrieb des Handwerks in Thüringen (2004). Viele Lehrlinge hat Günter Grüner in den vergangenen Jahrzehnten ausgebildet. Darunter waren auch seine beiden Söhne Michael (geb. 1974) und Uwe (geb. 1977), die das Fleischerhandwerk in seinem Betrieb erlernten. Beide Söhne haben inzwischen auch ihre Meisterausbildung erfolgreich abgeschlossen. Der Ältere arbeitet bereits in der Fleischerei mit, der Jüngere ist Abt.- Leiter Fleisch in einem Großmarkt der Region. Damit ist die Weiterführung des von Günter Grüner wieder belebten Familienbetriebes in 3.Generation gesichert.
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